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gen ſind.„Es iſt ein Schauſpiel fuͤr Gotter, fagt Seneka, einen Helden mit dem Schickſale im Kampfe zu ſehen;“*) und wahrlich es glebt kein erhabeneres Schauſpiel, als dieſes. So wird ein Moreau groͤßer auf dem Ruͤckzuge, als durch ſeine Siege, ſo werden Koszlusko und Lafayette der Gegenſtand der Bewunderung durch ihre Haltung im Ungluͤcke, und ſo ſtirbt Hannibal, verbrannt und ausgeſtoßen von ſeinen Zeitgenoſſen, groͤßer einen freywilligen Tod, als ſeine verworfenen ſie⸗ genden Feinde.
Der Mann, deſſen in jedem Betrachte merk⸗ wuͤrdige Biographie hier den Leſern dargelegt wird, gehoͤrt in die Klaſſe jener Menſchen, deren innre Groͤße und Kraft entſchieden iſt, ſo wie oft ein Jahrhundert nur wenige hervorbringt. Sein ganzes Leben hindurch lag er im Kampfe mit dem Schickſale, das nie aufhoͤrte, ihn mit der au⸗ ßerſten Haͤrte zu verfolgen; nie unterkag er dem⸗ ſelben, oft beſiegte er es; von der Wiege an von demſelben verfolgt, war es meiſt zweifelhaft, ob das Schickſal mit ihm oder er mit dem Schickſale ſpiele. Oft ſchien ihm daſſelbe zu lachen, es zeigte ihm eine Ausſicht von Groͤße und Gluͤck, die ſich, ſo wie er ſich denſelben zu nähern glaubte, immer
weiter entfernte, und endlich ganz verſchwand;
und grade hieraus entkeimte ihm ſtatt des erwarteten
*) En ſpectaculum deo dignum, vix fortis cum mals fortuna compositus! Seneca.


