ablaſſung, bezeigte großes Mitleid mit ihrem traurigen Schikſale, bat ſie zum Mittagseſſen und fuͤhrte ſie nach einem Gemache, welches zur ebenen Erde lag. Hier verließ er ſie, mit der Bitte, nach Gefallen auszuruhen und eilte nach der Kuͤche, um fuͤr beide ein recht gutes Mahl bereiten zu laſſen. Unter mehrern Speiſen, welche er anordnete, befahl er auch, zwei kleine ganz aͤhnliche Torten zu baken; in eine derſelben ließ er zwanzig Goldſtuke einwikeln, unterſuchte ſolche ſelbſt, als ſie fertig waren, und gebot dem Diener, welcher die Speiſen tragen ſollte, daß er die mit Goldſtuken gefuͤllte Torte der Haupt⸗ maͤnnin, die leere hingegen der Lieutenantin vorſezen ſollte. Als alles bereit und der Tiſch gedekt war, begab ſich der Edelmann in das obere Gemach, in deſſen Boden, nach dama⸗ liger Sitte, uͤber dem Ofen des untern Zim⸗ mers ein Loch eingeſchnitten war, welches er im Stillen oͤfnete und nun mit begierigem Ohr dem Geſpraͤche der reiſenden Frauen zu⸗ hoͤrte.
Anfangs war dieſes ſehr ſparſam und be⸗ ſtand meiſtens nur in abgebrochenen Worten, denn beide Rednerinnen waren ſehr hungrig und lieſſen ſich's treflich ſchmeken. Nur dann und
wann, wann neue Speiſen erſchienen, frohlokte
die Hauptmaͤnnin und fragte ihre Gefaͤhrtin im ſpottenden Tone, ob ſie nicht wahr prophezeihet


