186— wenn er Ihnen mitleidige Herzen ofnet, damit Sie mir wieder das Ihrige oͤfnen koͤnnen? Hauptmännin. Wenn ſie's ſo nehmen will, ſo hat ſie ſchon Recht. Was ich uͤbrigens fuͤr ſie thue, thue ich gerne und werde es auch fernerhin nicht unterlaſſen.(nach dem Schloſſe hinblikend) Ein ſchoͤnes, ein herrliches Ge⸗ bäude! Es macht ſeinem Bewohner Ehre, und ich wette, was ſie will, der Herr deſſelben muß ein Mann von edlem Gefuͤhle ſeyn! Ich verlaſſe mich ganz auf ſeine Großmuth und hoffe gewiß, daß er mir dieſes Vertrauen lohnen wird. Komm ſie, wir wollen es ver⸗ ſuchen.
Die Reiſenden hatten ſich gerade an dem Theile der Gartenmauer gelagert, auf welchem der Herr des Schloſſes, der ſchoͤnen Ausſicht wegen, ein kleines Luſthaus erbauet hatte. Er beſuchte es gemeiniglich jeden ſchoͤnen Morgen, war eben da, als die Reiſenden dort ankamen und hoͤrte im Stillen ihrem Geſpraͤche zu. Es behagte ſeinem Stolze weidlich, daß die Haupt⸗ mannin ſich ſo ganz auf ſeine Großmuth ver⸗ laſſe; er beſchloß auf der Stelle, dieſes Zu⸗ trauen, ihrer Hofnung gemaͤß, zu belohnen. Als er vernahm, daß beide nach dem Eingange des Schloſſes gehen wollten, eilte er ebenfalls
durch den Garten dahin, empfieng ſie mit Her⸗


