179 dedet habe. Sich ſelbſt vertheidigte er eben⸗ falls nach Kraͤften, und beharrte bei der Ver⸗ ſicherung, daß er nicht aus Vorſaz, ſondern aus Unwiſſenheit gefehlt habe, weil in ſeinem Vaterlande die Ehe kein unaufloͤsliches Band ſei, und oft geringerer Urſachen wegen getrennt wuͤrde. Die Verhehlung ſeiner Ehe, die er ſo⸗ gar nach ſeiner eigenen Ausſage in der Beichte nicht bekannt hatte, laͤugnete er uͤbrigens gar nicht, und bewies nur, daß dieſe Verſchwiegen⸗ heit nicht aus Bosheit, ſondern, um Suſan⸗ nens Ehre zu ſchonen, erfolgt ſei. Ich hatte, ſagte er, allen erzaͤhlt, daß ich ſie blos deß⸗ wegen zur Flucht beredet hatte, weil ihr har⸗ ter Vormund unſere Liebe nicht billigen wollte, und konnte nun nicht mehr durch ofnes Geſtaͤnd⸗ niß ihre Ehre verlezen.
Nach geſchloßnem Verhoͤre und verſtrichener Bedenkzeit wurden die Akten an das Obergericht des Landes eingeſchikt, und dies entſchied, daß der Johann K— wegen veruͤbter und uberwieſe⸗ ner Bigamie, nebſt dem bereits geduldeten Arreſte noch mit einer einjaͤhrigen Strafarbeit in Eiſen und zwanzig Streichen, die Suſanne M— als ſeine Mitſchuldige mit einer dreimonatlichen Ar⸗ beit in Eiſen und zehn Karbatſchſtreichen zu be⸗ ſtrafen, nach Verlauf dieſer Zeit aber in ihr Vaterland zuruͤk zu ſenden ſei.
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