waͤrters erwachte ſie wieder zur Empfindung ih⸗ res neues Leidens. Er meldete ihr, daß ihr Gatte ſie ſehnſuchtsvoll erwarte, nur einige Au⸗ genblike zu ſehen und zu ſprechen wuͤnſche; ſie hofte Troſt von ihm zu erhalten, und wankte dem Waͤrter nach, der ſie zu ihm fuͤhrte. Sie zitterte und bebte, wie dieſer eine Thuͤre oͤfnete, aus welcher ihr ein unertraͤglicher Geruch entge⸗ gen duftete; ſie ſchauderte fieberhaft, wie im Hintergrunde Ketten klirrten, und auf des Wärters Ruf eine mit dieſem belaſtete Geſtalt eilend vorwarts ſchritt, und die gefeſſelten Arme gegen ſie ausſtrekte. Es war ihr Gatte, ein dichter Bart entſtellte ſein Geſichte, ſein Hemde glich der ſchwarzen Mauer des Gemaches, dumpſichte, modernde Duͤnſte umgaben ihn, ſie konnte den Geruch nicht ertragen, ſtieß ihn mit Ekel und Abſcheu von ſich, und eilte nach dem Gange zuruͤk, um freier athmen zu koͤnnen. Erſt hier wards ihr einleuchtend, daß ſie den Aermſten tief gekraͤnkt, ihm wahrſcheinlich ſei⸗ nen lezten Troſt geraubt habe. Mitleid und Liebe ſtaͤrkten ihre Sinne, ſie drang in den noch offnen Kerker, ur' fand ihren Gatten heulend, und aus Verzweiflung ſich windend am Boden. Ihr Ruf riß ihn empor, er ver⸗ gab willig, und dankte innig, weil ſie nur rükgekehrt war, und ihn der Verzweiflung ent⸗ riſſen hatte. Er troͤſtete ſie mit der Hofnunz
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