bare Groͤſſe erreicht hatte. Sie weinte und jammerte ſchreklich, glaubte verzweifeln zu muͤſ⸗ ſen, und flehte innbruͤnſtig zu Gott, daß er ihr Leiden mit ſchnellem Tod enden moͤge.
Aber ihr heißer Wunſch ward nicht erfuͤllt, ſie mußte dem Gerichtsdiener nach E— s Kerkern folgen; er ſchilderte ihr ſolche auf dem Wege dahin ſchreklich und furchtbar. Jedes ſeiner Worte war ein Dolchſtich in ihr leidendes Herz. Wie ſie die Thuͤrme dieſer Stadt endlich nahe vor ſich erblikte, und die Sonne noch hell auf ſie herab glaͤnzte, flehte ſie anhaltend, daß ihr Begleiter in irgend einem Hauſe der Vorſtadt die Daͤmmerung erwarten, ſie nicht dem Gaffen und neugierigen Blike des oft ſo unduldſamen Poͤbels preiß geben moͤge.
Ihr ſchmelzender Ton traf ſein Herz, er ge⸗ währte ihre Bitte, und leitete ſie in der Dun⸗ kelheit nach der Stadt und ihren Kerkern. O es war ein harter Gang, den ſie jezt vollenden mußte; mit jedem Schritte vermehrte ſich ihre namloſe Angſt, und wie ſie endlich ſtile ſtanden an der eiſernen Gitterthuͤre, wie die Schlüſſeln an ihr klirrten, ſie ſic, oͤfnete, und hinter ihr wieder ſchnell ſchloß, da haſchte ſie verzweiftungs⸗
voll nach einer Stuͤze umher, fand keine, und gleitete an der ſchwarzen Wand ohnmächtig am
Poden nieder. Erſt im Gemache des Gefaßgen⸗
ſah ſie ſtaunend, daß es eine weit hoͤhere, furcht⸗


