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fuͤhrt, wo ſie in der Wohnung des verheura⸗ theten Gerichtsdieners zwar als Gefangne, aber doch ſehr gelinde und anſtaͤndig behandelt wurde. Hier ſtarb ihr kleiner Benjamin; er hatte ſeit ſeiner Geburtsſtunde nur das Leiden und den Jammer ſeiner Mutter getrunken; der ſchwache Koͤrper unterlag, und ſeine Seele entfloh nach einer beſſern Welt, wo ſein unſchuldiges Leiden
delohnt ward. O heilige, o goͤttliche Religion,
du bleibſt mein Stab und meine Stuͤze! du
verheiſſeſt mir jenſeitigen Lohn fuͤr das Leiden
hienieden, ich kann mir alſo auch die Gewiß⸗ heit des Lohns dieſes armen, unſchuldigen Kin⸗
des denken. Wie würde ich ſonſt meine Leſer
beruhigen, was ihnen antworten koͤnnen, wenn ſie mich fragten; was dieſer arme Wurm ver⸗ brochen hatte, daß er ſchon in der Mutter Schooße namloſe Leiden dulden mußte, und ge⸗ boren wurde, um die Milch des Jammers trin⸗
ken, und an ihren Qualen langſam verſchmach⸗
ten zu muͤſſen?
Gott hat ihn dem Elende entriſſen! Gott
wird dort ſein Vater ſeyn! dachte die Mutter, als der Kleine in ihren Armen entſchlummerte; wie man ihn aber zu Grabe trug, und die Ge⸗ fangne ihm nicht den lezten Liebesdienſt erwei⸗ ſen, nicht bis zu ſeiner Ruheſtaͤtte nachwallen konnte, da weinte und jammerte ſie anhaltend⸗ Erſt einige Tage nachher war ſie vermoͤgend,


