Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1802)
Entstehung
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Wohlthätige Herzen erbarmten ſich ihrer, und verpflegten ſie ſorgfaͤltig. Zehn Tage hoͤrte ſie nichts von ihrem Gatten, als daß er im Ge⸗ faͤngniſſe ſchmachte; oft ſank ſie noch in dieſer Zeit ohnmaͤchtig in die Arme des Todes, und nur die unvertilgbare Mutterliebe wekte ſie wie⸗ der zum Leben, und hinderte die Verzweiſtung, ſie zum Selbſtmorde zu verleiten. Am eilften Tage, als der Ueberfluß ihrer jugendlichen Kraͤfte das Leiden der Seele beſiegte, und ſie ſchon ihr Bette verlaſſen konnte, erſchien das Gericht, um von ihr zu erfahren: ob ſie es wußte, daß Jo⸗ hann bereits verheurathet war, und ſie folglich als eine Mitſchuldige ſeines Verbrechens betrach⸗ tet werden muͤſſe? Suſanne wolte und konnte dies nicht laͤngnen, und winde nun auch, aber Dank ſei es dem meßſchenfreundlichen Rich⸗ ter aͤußerſt ſhohen als eine Gefangene be⸗ handelt.

Man geſtattete ihr als einer Kranken noch fernern Aufetthalt in ihrer Wohnung, verpflegte ſie auf das ſorgfäͤltigſte, und wuͤrde ihr wahr⸗ ſcheinlich noch lange nicht die Thuͤre des Kerkers geoͤfnet haben, wenn Johann dies ſelbſt nicht gefordert, und endlich errungen haͤtte. Ihm traͤumte einige Tage nachher, daß man ſeine Suſanne ihren Anverwandten uͤbergeben, und nach ihrer Heimath zuruͤk gefuͤhrt habe. Von dieſem Augenblike an, begann er zu raſen, tobte