Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1802)
Entstehung
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32 R. Oswald. O ſpornt mich nicht zur Thä⸗

tigkeit, zur Rache! der feſte Zuͤgel meines Ge⸗

wiſſens kann ſie ohnehin kaum bändigen; bald wird ſie die Bande zerreiſſen, und wild uͤber Riederforts Fluren jagen. Er hat unedel an mir gehandelt; aber gelaſſen will ich bleiben, ſo lange ich's vermag. Mit dir, trautes Weib, erſt ruhig ſprechen, und deinen Rath geduldig anhoren.

Johanna. Wohl mir, wenn du ihn auch befolgſt! Mein Rath iſt Fehde mit Riederforten; mein Wunſch, Sieg uͤber den Tollkuͤhnen, wel⸗ cher ſo zuverſichtlich den ſchlafenden Loͤwen reizt. Du ſtaunſt uͤber meine veraͤnderte Geſinnungen, ich muß dir das Räͤthſel loͤſen. Das eiferſuͤchtige

Weib wuͤnſchte Friede mit Riederforten; das ver⸗

ſoͤhnte Weib hat alles vergeſſen, und fuͤhlt nur die Beleidigung, welche Riederfort in vollem Maaße uͤber dich ausſchuͤttet.

R. Oswald. Ich folge dir, Weib, ich fol⸗ ge dir willig. Gebe Gott, daß dir dein Rath nie gereue! Laß die Knechte aufſizen, Ritter, ſende Boten an alle Verbuͤndete und Lehnstraͤ⸗ ger, auf der Haide ſollen ſie zu uns ſtoßen; wir ziehen ſogleich fort, und vergelten indeß glei⸗ ches mit gleichem.

R. Hans. Wohl geſprochen. Mein Eifer

ſoll deiner Rache Fluͤgel geben, ſie ſoll den Kuͤh⸗

nen unvorbereitet uͤberfallen!(ab.)