Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1802)
Entstehung
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forts Wahn allein entdekt haben; da aber dein edles Weib ſchon davon unterrichtet iſt, und die Maͤhre ſo nimmt, wie jeder deiner Freunde ſie nehmen wird: ſo wäre laͤngeres Schweigen Thor⸗ heit geweſen.

Johanna. Was willſt du nun beginnen?

R. Oswald. Seine Beleidigung nicht rä⸗ chen, ſie dulden, denn(heimlich zu Johannen) ich habe ſie verdient.

Johanna. Das wollteſt du? Dieſe Schmach koͤnnteſt du auf dem Grabe deines tapfern Va⸗ ters ſammeln? Dieſe Schande uͤber dein Weib, uͤber deine Nachkommen bringen? O pfui! O mehr als pfui! Aber wahrlich und gewiß auch nicht deine wahre Geſinnung! Deine Lippen zit⸗ terten, als du die ſchaͤndliche Duldung aus⸗

ſprachſt, und verriethen deutlich die Wuth dei⸗

nes Herzens.

R. Hans. Ich gelobte dir, wenn du ehr⸗ lich und redlich mit mir handelteſt, dein Burg⸗ freund zu bleiben auf ewig, auszuziehen mit dir gegen all deine Feinde; aber verlaſſen muͤßte ich dich, und die Schwelle deines Gemachs beſudeln, wenn du im Ernſt ſo denken, in der That ſo

feig handeln konnteſt. Fehde mit Riederforten

fordert deine Ehre; immerwährender Verluſt der⸗ ſelben droht dir, wenn du ſeine Beleidigung nicht ahndeſt.