Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1802)
Entstehung
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R. Hans.(für ſich) Da liegt Weiberliſt, wie die Schlange unter Roſen verborgen.(zu Johannen) Ich habe geendet, und meinem Freunde nichts mehr zu ſagen, als daß ſein ſchoͤnes Kornfeld durch Riederforten ganz ver⸗ wuͤſtet ſei, daß der ſtaͤrkſte Hagel die reiche Erndte nicht ſo zerſtoͤren koͤnnte, wie Rieder⸗ fort.

Johanna. Weil ihr dann ſo hartnakig ſchweigt, ſo will ich, zum Beweiſe der Wahrheit, euch den Inhalt eurer fernern Botſchaft erzählen; will wider die Natur eines ſchwachen Weibes meinen Gatten zur Rache gegen den Verlaͤum⸗ der ermuntern. Der wilde Riederfort waͤhnt faͤlſchlich, daß mein treuer Gatte um ſein Weib buhle; daß er aus dieſer Abſicht gleich einem Diebe ſeine Burg umſchleiche, und mit ſeinen Maͤgden Einverſtaͤndniß ſuche. Aus Rache ſucht er nun Haͤndel an ihm, und hat ſein Kornfeld abſichtlich zerſtoͤrt, um ihn zur Fehde zu reizen. Widerſprecht mir jezt, wenn ihr koͤnnt, ins Angeſicht. Widerlegt mich, wenn ihr Muth habt.

R. Hans. Ja, Oswald, es iſt ſo. Er glaubt und traut dieſer falſchen Sage, und verlangt aus dieſer Urſache Fehde mit dir; will dich ſo lange reizen, bis du's nicht mehr dul⸗ den kannſt. Um nicht Zwiſtigkeit unter Mann und Weib zu erregen, wuͤrde ich dir Rieder⸗