Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1802)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

Doch nahm ich ſie, dieſer Wahrheit ungeachtet, nicht fuͤr Beweiſe deiner Untreue. Deine Ver⸗ irrung ſchmerzre mich; aber ich unterdruͤkte dieſen Schmerz, und ſuchte ihn mit deinen Lirbkoſun⸗ gen, die du mir wachend reichteſt, zu heilen. Aber geſtern o koͤnnte ich dies unſelige Ge⸗ ſtern ganz aus der Reihe meiner Tage verban⸗ nen, ich wuͤrde mein Leben wiltig dafuͤr zum Opſer geben! Geſtern, wie ich im Haine ſpazie⸗ ren ritt, begegnete mir Riederfort. Er lenkte ſogleich ſein Roß auf mich zu, und fragte zornig: Ob er euch in der Burg treffen wuͤrde? Da ich ihm ſagte, daß ihr im hintern Forſte jaget, gab er mir eine Votſchaft an euch auf, die mein In⸗ nerſtes durchbohrte, die mich ganz ungluͤklich machte.

R. Oswald. Und dieſe Botſchaft? Rede weiter, ich will alles wiſſen!

Johanna. O daß ich ſie dir verſchweigen könnte: Sagt eurem Ritter, ſprach er, daß ich ſeiner tollen Streiche uͤberſatt habe. Er wagts, mein Weib verfuͤhren zu wollen; er umſchleicht wie ein Dieb meine Burg; er will die Mägde beſtechen, damit ſie ihm eine Unterredung mit ihr verſchaffen. Sagt ihm, daß ich alles ent⸗ dekt habe, und naͤchſtens ſirenge Rechenſchaft fordern werde. R. Dswald. Dies ſagte der Bube? Ah, der ſchandliche Verlaͤumder foll mirs darthun,