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buhlteſt, mir dein Geheimnis entdekt, haͤtteſt du mir damals die eiternde Wunde deines Her⸗ zens gezeigt: ich wuͤrde jezt vergeben und ver⸗ geſſen koͤnnen. Aber mich ſo zu hintergehen! Mein Herz, das ſo voll Liebe gegen dich ſchlug, ſo ſchandlich wegzuwerfen! Mich zur Befoͤrderin einer unedlen, unerlaubten Rache zu machen!— Oswald! ſolch eine Begegnung empoͤrt auch ein Taubenherz, und fuͤllt es mit erborgter Galle⸗
R. Oswald. Genug, uͤbergenug all der unverdienten Vorwuͤrfe! Ich fordre Erklärung und Licht in dieſer Dunkelheit.
Johanna. Es ſoll dir werden. Aber nimm dich in Acht, daß ſein heller Strahl dein ſtar⸗ rendes Auge nicht blende: Gatte, und bald Va⸗ ter eines ungluͤklichen Kindes, du liebſt nicht dein Weib! Du liebſt Mathilden! Liebſt ſie mit inniger Zaͤrtlichkeit, aus allen deinen Kraͤften, aus voller Seele. Hängſt nur an ihr, träumend und wachend! Und willſt jezt Fehde mit ihrem Manne beginnen; willſi ihn durch eine dreimal ſtaͤrkere Macht baͤndigen und toͤdten, um dann mit der frohen Witwe ungehindert buhlen zu koͤnnen. Nun, Oswald, nun? Wirds helle? Warum rollt dein Auge nicht mehr? Warum ſuchts Schatten unter ſeinen Wimpern?
R. Oswald.(im aͤuſſerſten Kampfe mit ſich) Johanna! du handelſt unedel. Iſt dies der Weg zu meinem Herzen?


