Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1802)
Entstehung
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R. Oswald. Weib! Nur dein Zuſtand be⸗ rechtigt dich, mir dieſe Beleidigung ungeſtraft zu ſagen. Urtheile alſo aus meiner Schonung: Ob ich dich wirklich liebe?

Johanna. Nein, du liebſt mich nicht! Sieh, ſtandhaft erwarte ich Strafe, wenn ich Luge geſagt habe. Oswald, du liebſt mich nicht! Du bruͤteſt uͤber Plane, die dein und mein Ungluͤk befoͤrdern. Dein Auge droht mir vergebens. Ich wollte meiner Sache gewiß ſeyn, ehe ich ſprach. Ich bins jezt, und keine Dro⸗ hung ſoll mich abſchreken, dirs nochmals ins Ge⸗ ſicht zu ſagen: Oswald, du haſt mich nie ge⸗ liebt!

R. Oswald. Woher nur dieſe kraͤnkende Vermuthung? Woher dieſer Stoff zur marter⸗ vollen Qual?

Johanna. Du haſt mich, du haſi mei⸗ nen Vater betrogen! Du haſt mir Liebe geheu⸗ chelt. Ich habe dir getraut, und bin ungluk⸗ lich. Du haſt mich nicht aus Liebe, nicht aus Reigung, ſondern nur aus Rachſucht zu dei⸗ ner Gattin erwaͤhlt. Ich Unſchuldige mußte der Pfeil ſeyn, mit dem du einer andern Herz zu verwunden dachteſit.

R. Oswald. Johanna, du raſeſt!

Johanna. Mache dieſe Raſerei durch Be⸗ weiſe zum Unſinn, und ich will dir herzlich dan⸗ ken. O Oswald, haͤtteſt du, als du um mich B2