28— Schwerdt mir beim Abſchiedskuſſe freudig in die Hand druͤkteſi.
Johanna. Ich wuͤrde beides willig und gerne thun, wuͤrde mit meinem innigſten Ge⸗
bete dich begleiten, und durch deſſen Erhoͤrung
dich geſund wieder zu umarmen hoffen, wenn nicht—— Cſie ſtokt, und ſucht ihre Thraͤnen zu verbergen.)
R. Oswald. Dein Betragen iſt ſehr ge⸗ heimnisvoll! Darf dein Gatte die Urſache nicht wiſſen?——
Johanna. Wollte ich wie du handeln, ſo wuͤrde ich ſie in meinem Innerſten ver⸗ bergen!
R. Oswald. Wenn habe ich je Geheim⸗ niſſe gegen dich gehabt? wenn——
Johanna. Wenn? O Oswald pruͤfe dein Herz, erforſche dein Gewiſſen, und frage mich dann noch einmal!
R. Oswald.(ernſthaft) Johanna! mir duͤnkt, du haſt einen Bund mit Riederforten geſchloſſen, willſt durch unverdiente Beleidigung mich, wie er, zur Fehde reizen.
Johanna. Wie koͤnnte ein ſchwaches Weib mit dir rechten wollen? Ich fordre nur Aufrich⸗ tigkeit, die du mir freilich nicht gewaͤhren wiliſt. Oswald, o wende dich nicht ſo unwillig von mir, höre erſt, was ich dir zu ſagen habe: Oswald, du liebſt mich nicht, haſt mich nie geliebt!
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