genehm, die Töchter ſehr ſchön— ich bin ſonſt ein vorſichtiger Mann, meine Herrſchaften, aber ich wäre ein ungläubiger Tho⸗ mas geweſen, wenn ich in dieſem Falle Mißtrauen gehabt hätte. Der ſogenannte Mr. Jones erkundigte ſich nach meiner Frau, indem er den Wunſch ausdrückte, der Gattin ſeines Wirthes ſeine Damen zuführen zu dürfen. Später erfuhr ich freilich, daß er ſchon damals recht gut gewußt hat, daß ich nicht ver⸗ heirathet ſei. Ich erbot mich natürlich nichts deſtoweniger zu allen Dienſten, beſonders auch dazu, die Damen in der Stadt herumzuführen; und unter uns, meine Herren, darauf hatte man es gerade abgeſehen. Wir wurden ſehr bekannt mit ein⸗ ander, trotzdem ich nicht in demſelben Hauſe wohnte— wäre ſonſt doch wohl früher hinter die Schliche gekommen. Ich machte mir ein Vergnügen daraus, die Bürgſchaft für die gekauften Möbel zu übernehmen, da der ſogenannte Mr. Jones vorgab, daß ſeine Creditbriefe ausgeblieben ſeien.
Hier ſeufzte Doctor Kühleborn ſehr tief; die Phraſe ſchien ihm bekannt.
Was ſoll ich Sie lange aufhalten, meine Herren, fuhr der ſchwarze Mann fort; ich übernahm die Möbel, ich bezahlte die Rechnungen bei G. Herſon, ich bezahlte den Reſtaurant, von dem man das Eſſen holen ließ. Die Bekanntſchaft dieſer Damen iſt mir ſehr theuer zu ſtehen gekommen.
Der ſchwarze Mann lächelte ein ſauerſüßes Lächeln, indem er einen ſummirenden Blick über die einzelnen Items in ſeinem Notizbuch gleiten ließ.
Sie wollen doch nicht etwa behaupten, daß dieſe Damen, wie Sie ſich auszudrücken belieben, Sie zu dieſen Ausgaben ver⸗ leitet haben, rief hier Egbert, der ſchon während der ganzen Rede des Herrn Scherzer Zeichen großer Erregtheit hatte blicken laſſen.
Herr Scherzer ſchaute verwundert von ſeinem Notizbuche auf.
Ich habe nicht das Vergnügen, Sie zu verſtehen, ſagte er.
Die Sache iſt, ſagte ich—
Laß mich! rief Egbert, dem bereits die Röthe des Zornes in die Stirn geſtiegen war; ich wollte dem Herrn nur bemerken,


