Meine Alte hatte für die Frau und die armen Würmer, die damals ſo ein ſieben und acht Jahr zählen mochten, die Bün⸗ del zurecht gemacht, und da fuhren ſie eines Morgens— ich weiß es noch wie heute: es war ein kalter Februarmorgen und meine Frau war in der Nacht in ihr achtes Wochenbett gekommen— ja, da fuhren ſie eines Morgens mit dem Hau⸗ derer fort nach Amerika.
Der Meiſter ſchwieg und rieb ſich die buſchigen Augen⸗ brauen.
Hat er denn nie wieder von ſich hören laſſen? fragte ich.
Ein paar Mal noch, im Anfang, erwiederte der Meiſter, um Geld zu fordern, das ich ihm nicht geben konnte, beim aller⸗ beſten Willen nicht. Dann ſchrieb er nicht wieder; gber von Andern, die hinübergeſchifft waren, um ihr Glück drüben zu verſuchen, und nach Hauſe berichteten, erfuhren wir, daß es ihm nicht ſchlecht gehe; er habe einen Kleiderladen etablirt und ein Putzgeſchäft, das vielen Zuſpruch habe, da die Töchter, die unterdeß herangewachſen, durch ihr ſchmuckes Ausſehen viel Käufer herbeilockten.
Die Sache hat ſeine Richtigkeit, rief hier Herr Scherzer, der ſeine Ungeduld, zu Wort zu kommen, nicht länger zügeln konnte; ſtimmt ganz mit dem Reſultat der Nachforſchungen, die ich in New⸗York habe anſtellen laſſen. Sie müſſen nämlich wiſſen, meine Herren, daß durch einen Zufall— aber ich bin Ihnen zuvor eine kurze Relation des Verhältniſſes ſchuldig, in welchem ich ſelbſt mit dem— ehem!— mit dem Manne ge⸗ ſtanden habe. Er kam Anfang Februar dieſes Jahres nach Ber⸗ lin, ſtieg in einem der erſten Hotels ab, ſuchte nach einer paſ⸗ ſenden Wohnung; ein Commiſſionär wies ihn in eines meiner Häuſer, wo gerade eine Wohnung leer ſtand. Ich nahm ihn, wofür er ſich ausgab: einen reichen ſeceſſionirten Pflanzer, den der Krieg vertrieben, um ſo mehr, als er ſofort auf meine Forderung einging, ſo daß es mir ſchon leid that, nicht mehr gefordert zu haben. Der Contract wurde in ſeinem Hotel ab⸗ geſchloſſen, wo mir die großen Koffer, mit denen der ganze Flur verbarrikadirt war, beſonders imponirten. Die Frau war ſehr an⸗


