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Die schönen Amerikanerinnen : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Ja, ſagte Linder, der Wagen ſtößt entſetzlich, ein wahrer Seelenverkäufer von einem Fuhrwerk, und dabei ſo unregel⸗ mäßig, daß man beſtändig aus dem Rhythmus herausgeſtoßen wird. Ich hatte ein reizendes Thema: eine Pflanzertochter an den Ufern des Miſſiſſippi, die ſich läſſig in einer Hängematte ſchaukelt, während ſchwarze Sclavinnen ihr mit Palmenblättern Kühlung zuwehen, und ein deutſches Bürgermädchen, welches geſchäftig die Gäſte des Hauſes bedient. Der Dichter ſieht beide, und indem ſich nun ſein Blick von der einen zur an⸗ deren wendet, entſtehen die geiſtreichſten Beziehungen und effect⸗ vollſten Lichter; aber, wie geſagt, wer kann denn bei dem Ge⸗ polter im Versmaß bleiben! Gott ſei Dank, da iſt endlich Fichtenau!

In der That tauchten eben die erſten Häuſer des Städt⸗ chens in den Tannen auf; die Berge traten auseinander und ließen bunten Wieſen Raum, durch welche die Fichte, müde von ihren tollen Sprüngen in den Bergen, gelaſſener dahinzieht. Ich war in früheren Jahren einmal in Fichtenau geweſen und hatte mir von dem idylliſchen Städtchen und ſeinem immer⸗ grünen Thal eine ſchöne, durch klaſſiſche Reminiscenzen geheiligte Erinnerung bewahrt. Während der Tannenburger Tage hatte ich wiederholt gewünſcht, dieſe Erinnerung durch erneuerten Be⸗ ſuch aufzufriſchen; aber Egbert's Angelegenheiten hatten mich ſo in Athem erhalten— und jetzt brachten mich dieſe Angelegen⸗ heiten doch hierher!

Wir hielten an dem„Kurhauſe“ ſtill.— Auf der Veranda vor demſelben ſaßen zwei Herren, die ſich alsbald erhoben und uns entgegen kamen. Es waren Egbert und Herr Bergfeld (etzterer noch immer in dem großcarrirten Coſtüm). Linder machte ſich ſogleich auf den Weg nach der„Goldenen Henne“, wo, der Verabredung gemäß, der Graf um dieſe Zeit bereits abgeſtiegen ſein mußte. Eine Viertelſtunde ſpäter ſollten die Parteien von der„Goldenen Henne“ und dem„Kurhauſe“ zugleich aufbrechen, um ſich auf einer ſchon vorher bezeichneten Stelle des Waldes, dicht hinter dem Städtchen, zu treffen. Meiſter König wollte, während der Knecht das müde Pferd