beugung, die Damen nickten in ihre Arbeitskörbe, und ich war entlaſſen.
Entlaſſen— und empört über meinen Mißerfolg, noch mehr über die Inſolenz dieſer Amerikaner. Wie? dieſer Jaguar, dieſer Sclavenzüchter, dieſer Cottonlord, dieſer Rebell— er wagte es, ſeine Unverſchämtheit auch an mir zu probiren? mich kaum beſſer zu behandeln, als einen ſeiner Niggers? mich mit ſeinem erbärmlichen Deutſch zu regaliren? von der Geſellſchaft ſeiner Damen auszuſchließen, während er dieſen Fant von einem Kaufmannsknaben der Ehre ſeines intimen Umgangs würdigte? Und dieſe fette Lady! ſieht ſie nicht aus, als ob ſie ihr Leben lang auf einem Wollſack geſeſſen und Zuckerrohr gekaut hätte! und dieſe zimperlichen, hochnaſigen Dämchen, die vermuthlich nichts gelernt haben, als ſich in Hängematten zu wiegen, ſich von Sclavinnen Blumen in's Haar ſtecken zu laſſen und ſchön aus⸗ zuſehen! Waos ſchön! ſie ſind nicht einmal ſo ſchön! ich weiß nicht, wo ich über Tiſch meine Augen gehabt habe. Dieſe Miß Virginia ſieht aus wie eine hübſche Griſette, die ihre braunen Augen noch einmal zu Schaden bringen werden, und dieſe Miß Ellen iſt zweifellos ein Gänschen, eine vollſtändige Gans. Ich werde dem Egbert—
Nun, Sie ſind ja ſchnell zu hohen Ehren gekommen, ſagte Fräulein Kernbeißer, als ich, um Egbert, der ſich zu dieſer Gruppe geſetzt hatte, abzuholen, herantrat. Wie finden Sie denn die jungen Damen?
Charmant, ganz charmant! ſagte ich, indem ich mich in einen Stuhl ſinken ließ; bezaubernd.
Doch ſchien die Unterhaltung nicht ſehr lebhaft; meinte Frau Herkules.
Aber was verlangen Sie von einer erſten Vorſtellung, gnädige Frau! Man kann doch nicht gleich von Sonne, Mond, Sternen reden!
Ich begreife dieſe Schwärmerei für unſere transatlantiſchen Schönheiten in der That nicht, ſagte Linder; man ſieht ſich bald an Feld und Wieſen ſatt, und an Gänſeblümchen doch am Ende auch. Da lobe ich mir unſere deutſchen Frauen. Sie


