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Die schönen Amerikanerinnen : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Der Unterförſter, oder, wie man es dort nennt, Kreiſer und Chauſſeeeinnehmer auf dem Nonnenkopf, Herr Hans Winzig, reichte mir ſeine ungeheure Fauſt und machte einen Verſuch, mir den Arm aus dem Gelenke zu ſchütteln, bei welcher Operation er fortwährend gutmüthig über ſein ganzes großes, nicht unſchönes Geſicht lächelte. Dann, nachdem ſich auch noch die vagabun⸗ dirende Jagdhündin Diana eingefunden und jägermäßig abge⸗ ſtraft war, ſetzte ſich der Zug in Bewegung. Während wir auf dem ſchmalen Waldpfade hintereinander raſch dahinſchritten, brach das Dunkel herein, und der Mond ſchimmerte bereits durch die Wipfel, als wir auf eine Lichtung im Walde traten, wo neben der Chauſſee, welche hier die Höhe des Bergzuges erſtiegen hatte, ein kleines Gehöft lag. Dies war der Nonnenkopf. Ein paar halbnackte hübſche Kinder und eine kleine, ärmlich und freundlich ausſehende Frau, die dem Rieſen ungefähr bis zur Hüfte reichte, nichtsdeſtoweniger aber ſeine Gattin war, empfingen uns in der Thür. Bald ſaßen wir in dem kahlen Gaſtſtüblein um den Tannentiſch, auf welchem Frau Winzig ein frugales Abendbrod, aus Brod, Butter und Kornbranntwein beſtehend, in geſchäftiger Eile ſervirt hatte.

Ich fand den Aufenthalt in dem öden, von einer einſamen Talgkerze matt erhellten, mit dem abgeſtandenen Rauch ſchlechten Tabaks reichlich durchdufteten Gemach nicht ſo anmuthig, daß ich nicht, nachdem die Begierde der Speiſe und des Trankes ge⸗ ſtillt war, zum ungeſäumten Aufbruch hätte mahnen ſollen; aber Egbert bat, noch ein wenig zu verziehen. Er fühlte ſich nach den Strapazen des Tages etwas ermüdet; überdies müſſe der Mond noch höher ſteigen, um uns auf dem Heimweg durch den dunkeln

Wald hinreichend leuchten zu können. In der That ſah Egbert,

was mir ſchon geſtern aufgefallen war, blaß und angegriffen aus, und ſeine ſonſt ſo klaren, feſten Augen hatten einen düſtern, unſichern Ausdruck. Er dampfte mächtig aus einer kurzen Jäger⸗ pfeife, und trank dazu mehr als billig von einem abſcheulichen Gebräu, das Frau Winzig unterdeſſen in der Küche bereitet und Herr Winzig uns als Grog präſentirt hatte. Dabei über⸗ ließ er, wie gewöhnlich, mir die Koſten der Unterhaltung, die