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herumgelaufen war. Doch vergaß ich Hunger, Durſt und Müdig⸗ keit, als ich, plötzlich zwiſchen den Bäumen hervortretend, mich am Saume des Waldes und zugleich am Rande einer tiefen, jäh abfallenden Schlucht fand und mir über die Schlucht hinaus auf die ſich übereinander ſchiebenden, im Abendlicht verdämmern⸗ den Bergreihen ein voller Blick in die herrlichſte Herrlichkeit des Waldgebirges ward. Welche glanzvolle Pracht des licht⸗ grünen, von roſigen Wölkchen durchſegelten Abendhimmels! Welche anmuthige Schönheit der Linien dieſer langhin ſich ſtrecken⸗ den Bergrücken und ragenden Gipfel! Welches Weben der Schat⸗ ten in den Gründen!
Da! war das nicht Hundegebell und die Stimme von Män⸗ nern hinter mir in dem Walde?
Im nächſten Augenblicke hatte ich der Herrlichkeit, in der ich noch eben geſchwelgt, gefühllos den Rücken gewandt und drängte mich eilig durch die Stämme nach der Gegend hin, von der ich die Stimmen vernommen. Es währte nicht lange, ſo hatte ich einen Pfad erreicht, und plötzlich ſtand eine Geſtalt vor mir, die ſich mindeſtes ebenſo gut für den Geiſt des Waldgebirges, als für einen Menſchen von Fleiſch und Blut ſchickte; eine in Länge und Breite rieſenhafte, unten in mächtigen Stiefeln ſteckende, oben in eine grobe graue Joppe gehüllte, mit Flinte und Jagd⸗ taſche ausgerüſtete Geſtalt, die ein paar mich wüthend anbellende Teckelhunde an der Leine führte.
He, Baumann! Nero! verdammte Thiere! wollt ihr Frieden halten! rief der Rieſe, als ich unwillkürlich vor den kläffenden, ſchnappenden Beſtien ein paar Schritte zurückfuhr, und dabei faſt über Egbert gefallen wäre, der nun auch zwiſchen den Bäumen hervortrat. Der treuloſe Freund verſteckte ſeine Verlegenheit, mich hier zu ſehen, hinter eine zärtliche Beſorgniß für die Sicher⸗ heit meiner Waden: Kuſch Dich, Baumann! ſtille, Nero! Mein Himmel, wie in aller Welt kommſt Du denn hierher?
Alſo wirklich auf der Jagd! ſagte ich.
Ja, was meinteſt Du denn? ſagte er.
O, ich meinte nur ſo, ſagte ich.
Egbert wandte ſich zu dem Rieſen und ſtellte mich ihm vor.


