Glück, daß er nichts dabei empfindet; ſein Glück; ich könnte ihm
jeden Knochen im Leibe— pah: es iſt kindiſch, daß ich mich über einen ſolchen Maulhelden noch aufrege. Da läuft ſchon wieder ſo ein Laffe.
Ein junger ſtutzerhaft gekleideter Mann kam ſehr ſchnell durch den Garten, nach allen Seiten ſuchende Blicke werfend.
Sie können mir gewiß ſagen, ob ſie ſchon zurück ſind? rief er, zu Egbert gewandt, über den Raſenplatz herüber.
Thut mir keid! brummte Egbert.
Wer ſind„ſie“? fragte ich, während der Stutzer weiter eilte.
Egbert wurde roth, antwortete aber nicht, ſondern blickte eifrig nach den ſchönen Kindern auf dem Raſenplatze, zu denen jetzt ein halberwachſenes, nicht minder ſchönes Mädchen getreten war, welches die Kleineren ſpielend zu uns hintrieb, während ein paar Damen,— eine kleine, ſehr brunette junge Frau mit feurigen ſchwarzen Augen, die Mutter der Kinder, und eine noch kleinere, ſehr alte, überaus häßliche Dame an uns vor⸗ übergingen.
Die häßliche Dame erhob ſchalkhaft drohend den Zeige⸗ finger ihrer ſchwarzbehandſchuhten Hand und ſagte mit einer meckernden Stimme:
Sie werden ſich erkälten mit Ihrem Rheumatismus, und noch dazu umſonſt! Louis hat mir geſagt, daß ſie nicht vor neun Uhr zurückkommen können.
Die alte Dame winkte und kicherte und nickte, und machte dann einen tiefen Knix, der für mich berechnet war. Die Kinder ſprangen an der jungen Frau heran. Das kleinſte, ein ſchwarz⸗ haariges, ſchwarzäugiges Mädchen von fünf Jahren, rief: Mut⸗ ter! Mutter! ſie wollen mir nicht glauben, daß ſie mir heute Jede einen Kuß gegeben haben.
Die Gruppe entfernte ſich: Und ſie haben mir doch einen Kuß gegeben! rief die Kleine noch immer. Die Eine, und die Andere, die viel ſchöner iſt als die Andere!
Aber um Himmelswillen, Egbert, wer ſind dieſe geheimniß⸗ vollen„ſie“, von denen hier alle Welt ſpricht, als ob„ſie“ nie⸗ mand anders bedeuten könnte, als eben nur„ſie“? rief ich.


