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Ich kenn' zwei braune Augen, Darin die Sonne thront;
Und kenn' zwei blaue Augen, Aus denen ſcheint der Mond.
Fragt nicht, ob Mond, ob Sdnne Mein Herz zumeiſt begehrt— Sie haben mir alle beide
Den armen Sinn bethört.
Laſſen Sie dieſe Verſe nicht drucken, Linder; ſagte mein Freund.
Weshalb nicht? fragte der Dichter, der das Perlenbuch nun wirklich in die Taſche geſteckt und ſich erhoben hatte.
Weil fünfundſiebzigtauſend Dichter Sie des Plagiats be⸗ ſchuldigen würden.
Linder zuckte die Achſeln. Ein feines Lächeln ſpielte für einen Moment in dem nicht allzudichten Schatten ſeines blonden Schnurrbarts.
Und doch, was gäben Sie darum, ſagte er, wenn Sie eben dieſe Verſe engliſch in gewiſſe Ohren lispeln könnten.
Wollen Sie ſchon fort? fragte ich.
Ich muß noch vor dem Abendbrod ein Sitzbad nehmen, erwiederte der Dichter, indem er höflich den Hut zog, und dann, die Hände auf dem Rücken, ſich gemächlichen Schrittes in der Richtung des Kurhauſes entfernte.
Das wird Sie abkühlen! rief ihm mein Freund nach.
Ich finde, lieber Egbert, daß Du im Laufe der Jahre eine bedenkliche Einbuße an Deiner früheren Höflichkeit erlitten haſt, ſagte ich erſtaunt.
Was hat der Menſch nöthig, uns ſeine elenden Verſe vor⸗ zuleiern, rief Egbert, heftig den Spazierſtock, den er zwiſchen den Knieen hielt, in den Sand ſtoßend, ſeine elenden Verſe!
Die Verſe hätten beſſer ſein können, ohne klaſſiſch zu ſein, erwiederte ich; aber ich erinnere mich nicht, daß Du früher ſo empfindlich warſt.
Und wenn der Menſch noch etwas dabei empfände, fuhr Egbert fort, ohne mich zu hören; aber freilich, es iſt ſein


