Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Gutes Kind, ſagte der Fürſt, mit ſeiner Rechten das blonde Haar der Knieenden ſtreichelnd, gutes Kind, willſt Du nicht Hedwig begrüßen?

Stephanie hatte in ihrer Verwirrung noch keinen Blick auf die ſchwarzgekleidete Dame an ihres Gatten Seite geworfen; jetzt hob ſie ihre Augen und, Hedwig erkennend, ſtreckte ſie, ohne ſich von den Knieen zu erheben, ihre Arme nach ihr empor.

Ich danke Dir für Alles, was Du an ihm, an uns gethan haſt, ſagte ſie, und vergieb mir, Hedwig, vergieb mir!

Sie bedeckte unter ſirömenden Thränen Hedwigs beide Hände mit Küſſen; ſie war außer ſich.

Ich habe nicht mehr zu vergeben, als mir vergeben werden mag, ſagte Hedwig, die Knieende ſanft aufrichtend, und ſich zu Hermann wendend, der, um den Fürſten zu begrüßen, langſam herangekommen war, und nun, plötzlich ſtehen bleibend, Hedwig wie eine Geiſtererſcheinung ſtarren Auges anblickte.

Sie ſpottet unſerer Vermuthungen und Berechnungen, ſagte Fürſt Heinrich, indem er Hermann lächelnd die Hand entgegen ſtreckte.

Ich hätte es mir denken können, murmelte Hermann.

Vietzigſtes Capitel.

Der Sanitätszug, welcher den Fürſten Roda und ſeine Ge⸗

mahlin nach der Heimath führte, war eben kurz vor Son⸗ nenuntergang abgelaſſen worden.

Ein Militärzug, der weuige Minuten ſpäter angekommen, hatte ſich auf denſelben Schienenſtrang geſtellt. Er brachte das Regiment, dem Hermann zugetheilt war und mit dem er ſofort weiter mußte.

Die Soldaten Landwehrleute, braune, bärtige Männer ſtiegen aus den Wagen und haſteten durcheinander, hierhin,

Fr. Spielhagen's Werke. XI. 30