Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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dieſer Seite verwöhnt, mehr vielleicht als Sie wiſſen. Hedwig, Sie haben dem einſt Geliebten, der zu Ihrem Feinde geworden war, abgeſchlagen, was er in eines Anderen Namen Ihnen bot; können, wollen Sie es nicht von dem Freunde, nicht von dem Bruder nehmen?

Auch als das Weib des Doctor Horſt?

Hedwigs Anugen ruhten mit einem ſonderbar wehmüthig lächelnden Ausdruck auf dem Geſicht des jungen Fürſten, der bei ihrer Frage zuſammengezuckt war, als hätte ihm Jemand rauh den zerſchoſſenen Arm berührt.

Sie wiſſen recht wohl, daß der Heinrich, der jetzt hier liegt, nicht derſelbe iſt, der er vor vier Wochen war und daß er ebenſowenig mit Ihnen marktet wie rechtet. Und weiter: Sie werden nie jenes Mannes Gattin werden, wozu alſo die nutzloſe Grauſamkeit dieſer Frage? Ich habe es von Zeiſel, der Sie hier ſah, als er mich am erſten Tage beſuchte und den Sie zur Verſchwiegenheit verpflichteten Horſt war in Ihrer unmittelbaren Nähe; Sie gaben ihm keine Nachricht.

Ich gab ihm keine Nachricht, erwiederte Hedwig; dennoch iſt er und Stephanie!

Sie waren eben in den Saal getreten. Hermann war am Eingange ſtehen geblieben, im Geſpräch mit dem Arzte, der ſie hereingeführt hatte; Stephanie näherte ſich, von einer Wärterin geleitet, raſch der Stelle an dem letzten Fenſter, wo Fürſt Hein⸗ rich lag.

Bleiben Sie, ſagte der Fürſt, als Hedwig ſich entfernen wollte; Stephanie muß wiſſen, wer ſo lange ihre Stelle ein⸗ genommen.

Er hielt ihre Hand noch feſt, als Stephanie bereits an ſeinem Bette kniete.

Man hat es mir ja verſchwiegen, Heinrich, ſchluchzte ſie; ſie haben es mir ja erſt vor drei Tagen geſagt. Ich bin Tag und Nacht gefahren, und doch, ich wäre wohl kaum hieherge⸗ kommen ohne Doctor Horſt, der mich mit in den Sanitätszug nahm; da war ich denn freilich geborgen. Ach, mein armer, armer Heinrich!

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