Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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und die barmherzige Schweſter. So laſſen Sie mich, wenn nicht barmherzig, doch Ihre Schweſter ſein für dieſe weni⸗ gen Angenblicke.

Und dies nun iſt mein ſchweſterlicher Rath und Wunſch, daß Heinrich von Roda die köſtlichen Gaben, welche ihm eine gütige Natur in die Wiege legte, nun, da ihn das Schickſal auf ſich ſelbſt angewieſen, verwerthen möge für den unendlichen Kreis, den das Glück ihm erſchloſſen. Ja, unendlichen Kreis! Wenigſtens vermögen meine Blicke nicht zu ermeſſen, was ein Fürſt von Roda der Beſitzer eines ſolchen Vermögens, der natürliche Beſchützer, Lenker, Leiter ſo vieler Menſchen zu leiſten vermag, bis zu welchem Umfang er ſeine Sphäre erwei⸗ tern kann, wenn er die Zeichen ſeiner Zeit verſteht. Und, Heinrich, Sie ſind der Mann, dieſe Zeichen zu verſtehen und was Ihr ſcharfer Verſtand erfaßt und Ihr ſtarkes Herz auf⸗ genommen hat, mit eiſernem Willen in's Werk zu ſetzen. Sie ſind hier unendlich beſſer geſtellt, als unſer verſtorbener, un⸗ glücklicher, edler Freund. Er war zu alt geworden, um neu zu lernen, und was er einſt gelernt, war das Fürſtenthum von Gottes Gnaden in den Händen eines weichen Gemüthsmenſchen, der in ſeinen Träumereien eine Welt hat, die ihm die wirkliche für immer verdeckt. Sie werden nicht träumen, Sie werden wachen, handeln, Sie werden ſo glücklich ſein, wie ein Menſch auf dieſer Erde glücklich ſein kann.

Mit Ihnen als Gefährtin meines Lebens.

Wer weiß! Sie hätten, wie Sie waren, wollten Sie die Harmonie Ihres Lebens nicht zerſtören, nie eine Andere als eine Ariſtokratin zu Ihrem Weibe machen können; und ich weiß nicht, ob ich, wäre ich als Ariſtokratin geboren, die wäre, die ich bin, und das beſäße, was Sie an mir halb haſſen und halb lieben.

Da mußte denn freilich Stephanie mein Weib werden, ſagte Fürſt Heinrich.

Auf jeden Fall iſt ſie es, das muß für Sie, den Mann der Thatſachen, genug ſein. Und dann, vergeſſen Sie nicht: