Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Was blieb von Heinrich von Roda, wenn er von dieſem Lager erſtand, als ſein Schatten?

Er hatte immer nur mit dem Tode gerechnet, niemals mit dem Umſtand, daß der Tod an ihm vorübergehen und ihm nur ſein Mal aufdrücken würde, daß Heinrich von Roda zum Krüppel werden könne.

Er warf ſich jetzt mit bitterſten Worten die Thorheit vor, eine ſo nahe liegende Möglichkeit nie in's Auge gefaßt zu haben aber er hatte es doch nun einmal nicht gethan, und jetzt war das nie Gedachte zur ſchauderhaften greifbaren Wirklichkeit geworden. Nie mehr würde Heinrich von Roda eine linke Hand haben, die ſtark genug war, das ſtärkſte Pferd im raſendſten Laufe zu pariren; nie mehr würde er, den Pallaſch ſchwingend, ſeinen Schwadronen voraus, in den Feind jagen können. All⸗ zeit voran! Das war jetzt vorbei für immer!

Für immer! Er biß die Zähne aufeinander vor grimmem Weh, wenn er's dachte. Dieſer Krieg, er hatte ihn herbeige⸗ wünſcht, herangezürnt; dieſer Krieg mit Frankreich war der eigentliche Inhalt ſeines Lebens geweſen, ſeine wahre Aufgabe, im Vergleich zu welcher alles Andere nur als Vorbereitung gelten konnte. Und jetzt ſollte er die Erfüllung dieſer Aufgabe Anderen überlaſſen, jetzt ſollte er von ſeinem Schmerzenslager das Wirbeln der Trommeln, das Schmettern der Trompeten, das Raſſeln der Kanonen, den dumpfen Tritt der Colonnen hören, die weiter gegen den Feind marſchirten; jetzt ſollte er im Geiſt ihren Siegeslauf verfolgen, ſollte nicht theilnehmen an dem großen Schlage, der vorbereitet wurde und von dem ihm ſeine Freunde aus dem Generalſtab mit Begeiſterung erzählten, ſollte nicht den Fuß des Siegers auf die in den Staub geworfene Hauptſtadt des Feindes ſetzen!

Und was blieb, wenn ihm das genommen war? Wenn er von dem Felde weggedrängt wurde, wo er zu Hauſe war, wo ſeine Kraft lag, wo er es bis dahin kühn mit Jedem hatte aufnehmen können?

Was blieb?

Die Landwirthſchaft im großen Maßſtabe was wußte