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Arreſt nicht dictirt, murmelte er, ich weiß nicht, was ich darum gäbe!
Aber ſein eigener Zuſtand war jetzt derart geworden, daß er daraus erlöſt werden oder binnen kürzeſter Friſt den Schmer⸗ zen erliegen mußte. Er machte eine verzweifelte Anſtrengung, ſein Bein zu befreien; in demſelben Augenblicke hob das Thier, das bis jetzt regungslos dagelegen, den langen Hals mit ſchauer⸗ lichem Stöhnen und warf ſich im Todeskampfe herum. Der Fürſt ſchrie laut auf in wahnſinnigem Schmerz, die Sinne ver⸗ gingen ihm.
Er wußte, als er abermals erwachte, nicht, wie lange er ſo gelegen haben mochte. Doch mußte es ziemlich lange her ſein. Das Sternbild des Großen Bären, das vorhin noch gerade geſtanden, hatte ſich tief geneigt; kälter wehte der Wind durch die Thalmulde; Fieberſchauer ſchüttelten ihn, ſeine Zähne klappten.
Dennoch war ſeine Lage nicht mehr ſo gräßlich; die Schmer⸗ zen hatten etwas nachgelaſſen und vor Allem war er von der entſetzlichen Laſt befreit; ſein Pferd hatte ſich im Todeskampfe von ſeinem Beine heruntergewälzt. Er konnte ſich, wenn auch mit unſäglicher Mühe, erſt auf den Rücken, dann auf die rechte Seite wenden und ſehen, was er zu ſehen erwartet: einen Hau⸗ fen Todter in wüſtem Durcheinander, dazwiſchen die Leiber von Pferden— eine grauenhafte Nachbarſchaft— unmittelbar vor ihm das verzerrte Geſicht des Johann Kreiſer, der keiner Re⸗ volverkugel mehr bedurfte.
Das ſonſt ſo feſte Herz pochte dem tapferen Manne bange gegen die Rippen. So lange der Johann Kreiſer noch ge⸗ lebt, ſo lange er noch eine Menſchenſtimme gehört hatte, war ihm der Gedanke des Todes eigentlich noch nicht nahe getreten; jetzt, in dieſer ſtillen furchtbaren Todtenwacht, zu der er ver⸗ dammt war, ſagte er ſich, daß er werde ſterben müſſen, nicht, wie er es immer gedacht, an der Spitze ſeiner Leute, in vollem Roſſeslauf vom Pferde geſchoſſen, vor den Augen ſeiner Came⸗ raden, vor den Augen ſeines Commandirenden, vielleicht ſeines Königs und Herrn, ſondern hier in dieſem vergeſſenen Winkel


