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keine Woche her war, als er dem langen Johann, weil er ſein Pferd nicht vorſchriftsmäßig geputzt, drei Tage Arreſt dictirt hatte, die der Johann, in Ermangelung eines Arreſtlocales, da⸗ durch abbüßte, daß er drei Tage hintereinander während des Rendezvous an einen Baum gebunden wurde.
Laßt es gut ſein, Kreiſer, ſagte er.
Ich bin gleich da, ſagte der Johann.
Der Mann war ſo weit gekommen, daß er mit dem langen ausgeſtreckten Arm ihm die Flaſche reichen konnte— eine große lederne franzöſiſche Feldflaſche, die er ein paar Tage vorher bei einem Recognoscirungsgefecht erbeutet.
Es iſt freilich nur Eſſigwaſſer, Herr Major, ſagte Johann.
Der Fürſt trank mit gierigem Zuge. Plötzlich ſetzte er wieder ab; er durfte den Mann nicht ſeiner letzten Hilfe be⸗ rauben.
Trinken der Herr Major aus, ſagte Johann; ich brauche es doch nicht mehr.
Und nach einer Pauſe:
Oder wenn der Herr Major zu ſtolz ſind, es von einem armen Kerl anzunehmen, ſo kaufen der Herr Major mir's ab. Der Herr Major haben gewiß noch ein paar Schüſſe in ſeinem Revolver; geben Sie mir einen— hier übers Ohr.
Sie können noch durchkommen, Kreiſer, ſagte der Fürſt.
Ich komme nicht durch, Herr Major; und wenn ich durch⸗ komme, was habe ich davon: Hunger und Kummer. Wir ſind unſerer zwölf Kinder; ich bin der älteſte; und die Penſion, die der Vater hat, reicht nimmer weit.
Der Mann ſprach mit ſo ſeltſam klarer, ſchwingender Stimme, aber ſeine Rieſennatur konnte doch dem Wundfieber nicht länger widerſtehen. Er fing plötzlich an, von der Katherine zu reden, die nicht in's Waſſer zu laufen brauche, weil ſie einen Buben von Einem habe, der doch ein ehrlicher Kerl ſei, wenn ihn der Herr Major auch drei Tage hintereinander habe an den Baum binden laſſen.
Dem Fürſten gingen die wirren Worte des Aermſten wie ein Schwert durchs Herz. Hätte ich dem Menſchen den


