Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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und wer ſonſt noch kommen und ihm den Dienſt und die Ge⸗ folgſchaft kündigen würde wollten ſie ihm ſagen, daß er nicht würdig ſei, hier Herr zu ſein an der Stelle des Ge⸗ ſtorbenen?

Das Geſicht des Mannes am Fenſter war immer düſterer geworden; aber plötzlich raffte er ſich mit einer gewaltſamen Anſtrengung empor.

Pah, ſagte er, was hilft es ihnen, daß ſie ſeine Verdienſte aufzählen und ihre eigenen zuſammenrechnen, und nun heraus⸗ bringen, daß ich doch im Vergleich dazu ſo gar nichts werth ſei! Was haben ſie mit all ihrem Ameiſenfleiß, ihrer Bienen⸗ emſigkeit fertig gebracht, als einen kunſtvollen Bau, den der Tritt des erſten Beſten, welcher des Weges daherkommt, nieder⸗ wirft und zertrümmert? Iſt jene Menge, die hier den Platz ſo lange gefüllt hat, ſind ſie Alle, wie ſie da ſind, viel An⸗ deres, als mein Pferd, ohne das ich freilich wenig vermag, das aber doch nur erſt von dem Augenblicke werthvoll wird, wo ich mich in den Sattel ſchwinge und es hiehin lenke und dorthin und es zwinge, mir den Sieg erringen zu helfen? Wer von dieſen Menſchen allen hätte die freche Herausforderung zu be⸗ antworten gewagt, die jetzt von drüben her an uns ergangen iſt? Wer hätte nicht den Kopf geduckt und die Schmach ein⸗ geſteckt und den Verluſt, und Gott gedankt, daß er für ſein Theil doch noch das liebe Leben habe?

So iſt's, trotz ihr, der Stolzen, Unzähmbaren, die für das Volk zu ſchwärmen vorgiebt, ſich womöglich ſelbſt für den Ge⸗ nius des Volkes hält. Ja, wenn das Volk ihr gliche! Sie thut ihm wahrlich zu viel Ehre an. Ich habe das Volk nie gehaßt, und ich haſſe ſie grenzenlos, wie ich ſie einſt grenzen⸗ los geliebt habe.

Vorwärts! rief ſie, als ich heute Nacht ihren Pferden in

die Zügel fiel, vorwärts! und der wahnſinnige Böhme peitſchte auf die Pferde und ſie hätte mich mitleidlos in den Sand tre⸗ ten und von ihren Rädern zermalmen laſſen.

Vorwärts! Nun wohlan, vorwärts und voran! Allzeit voran! Es war das Wort des armen Steinburger Grafen,