Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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wachte, einen offenen Wagen herbeigeſchafft und auf Stroh und Decken die Leiche ſchicklich gebettet; der alte Gleich, der ganz außer ſich war, wollte ſeinen todten Herrn nicht verlaſſen. Die Herren hatten ſich auf die Wagen vertheilt, welche ſich eben in Bewegung ſetzten, als plötzlich ein heller Schein über ſie hin bis in die ferner ſtehenden Bäume fiel. Niemand hatte auf die Lichter geachtet, die auf dem Candelaber an dem ſchmalen Pfeiler zwiſchen zwei der Fenſter brannten. Die große Glas⸗ thür nach der Rampe und die ſchmale Hinterthür waren offen geblieben. Der heftige Luftzug hatte eine der Gardinen mit dem Lichte in Berührung gebracht, die Flamme war an dem mürben Stoff hinaufgeſchnellt und hatte an den alten ſeidenen Tapeten reichliche Nahrung gefunden; bevor man noch die Wa⸗ gen halten laſſen, hinausſpringen, die gewundene Treppe hinauf⸗ eilen konnte, ſtand der ganze innere Pavillon in Flämmen, die ſogar ſchon aus den Fenſtern hinausſchlugen.

Laſſen Sie, meine Herren, ſagte der Graf, hier iſt nichts mehr zu retten.

Und durch die Zähne murmelte er: Mag die Schmach des Verraths, der da geſponnen, ebenſo

von unſerem Namen weggebrannt werden.

Gechsunddreißigſtes Capitel.

Der Graf, der jetzt Fürſt war, ſtand am Fenſter und ſchaute gedankenvoll in den Hof hinab, über welchen eben die Equipage langſam herangerollt kam, die ihn nach der Station bringen ſollte. Auf den Zinnen der Thürme lag der erſte ſchwache Frühſchein, röthliche Wolken ſchwammen hoch oben in dem licht⸗ grünen Himmel; die kurze Sommernacht war zu Ende.

Die kurze Sommernacht wenige Stunden nur, aber wie viel hatten dieſe wenigen Stunden gebracht! Sie hatten ihn zum Fürſten von Roda gemacht; ſie hatten ihm den ſeit Jah⸗