Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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ren heiß erſehnten, in heimlichen Gebeten vom Himmel erflehten Erben endlich geſchenkt.

Als er, dem langſamer folgenden Wagen, der die Leiche des Fürſten trug, vorausfahrend, um die nöthigen Anordnungen treffen zu können, im Schloſſe anlangte, hatte man ihm bereits die Nachricht entgegengebracht, daß die Stunde der Gräfin ge⸗ kommen ſei. Er war ſofort in ihr Zimmer geeilt und hatte ſie ſelbſt in Krämpfen, die Generalin, die ſonſt nichts auf der Welt außer Faſſung brachte, ſehr beſorgt, und den Geheimrath, wie es ſchien, vollkommen rathlos gefunden. Die Stunde ſei viel zu früh gekommen um mehrere Wochen

Folge der übergroßen phyſiſchen Anſtrengungen dieſes Tages und nun zuletzt der ſeeliſchen Erſchütterung bei der Nachricht von der Flucht Seiner Durchlaucht dazu die ſchwache Con⸗ ſtitution der Patientin und gewiſſe bedenkliche Symptome

Glauben Sie für den Ausgang ſtehen zu können? fragte der Graf.

Ich bitte Sie, Herr Graf, ſagte der Geheimrath, ohne Frage; das heißt: wenn gewiſſe Möglichkeiten, die ich nicht gerade für wahrſcheinlich der Gang der Natur iſt ſchwer im voraus zu fixiren; ſie hat ſo manche Mittel und Wege freilich, wenn wir in Berlin wären, ich würde ſelbſt bitten, einen meiner geſchätzten Collegen

Nun wohl, ſagte der Graf, der die Ueberzeugung erlangt hatte, daß der Mann der Lage nicht gewachſen war, ich werde Ihnen einen Collegen ſchaffen, mit dem ich Sie erſuche, ſich zu vernehmen.

Es war ein ſchwerer Entſchluß für den Grafen geweſen, aber er hatte ſich geſagt, daß ſeine Maxime, ſich, wenn es die Erreichung eines Zieles galt, nicht durch Empfindelei beeinfluſſen zu laſſen, ganz gewiß zur Anwendung kommen müſſe, jetzt, wo vielleicht wer konnte es wiſſen die Fortexiſtenz ſeines uralten Stammes auf dem Spiele ſtand. So hatte er ſich denn zu Hermann begeben und denſelben von der Leiche des Fürſten, die man unterdeſſen in dem Schlafcabinet niedergelegt, an das Schmerzenslager ſeiner Gattin geholt. Die Generalin war ſehr beſtürzt, der Geheimrath außer ſich geweſen; aber der