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Die beiden jungen Männer ſchüttelten ſich die Hände und traten in ihre Zimmer, die an demſelben Corridor in einem Nebengebäude des Schloſſes lagen, welches das Cavalierhaus genannt wurde.
Hermann öffnete das Fenſter und ſtarrte in die Nacht hin⸗ ein; und da waren ſie wieder, aus dem Dunkel glänzend: ihre Augen!
Ach, dieſe großen, ernſten, ſchwermuthsvollen, glänzenden
Augen! Sie hatten es ihm angethan vom erſten Moment, ſie hatten ſeine Seele getrunken, ſein Blut, ſein Leben; ſein ganzes Weſen war darein verſunken, wie in ein tiefes, abgrundtiefes Meer!
Der junge Mann drückte die pochenden Schläfen in die Hände. Er hatte ein trübes Bewußtſein, daß auf dieſem Wege der Wahnſinn lauere; er wollte ſich aufraffen, zu Bette gehen, ſchlafen.
Er ging in ſein Schlafcabinet und trat an den Tiſch, auf welchem ein Brief lag. Erſt jetzt fiel ihm wieder ein, daß der Diener, der ihm geleuchtet, geſagt hatte, daß Durchlaucht ein Billet herübergeſchict. Er erbrach das Siegel und las:
Mein junger Freund! Laſſen Sie mich, bevor ich ſchlafen gehe, ein Unrecht gutmachen, das ich heute gegen Sie begangen habe. Sie wollen fort. Es ziemt mir nicht, Sie zu halien, wenn Sie ſelbſt ſich nicht mehr gehalten fühlen. Wie ungern ich Sie ſcheiden ſehe, will ich Ihnen nicht ſagen, weil, wenn ich es ſagte, es wieder eine Feſſel für Sie ſein würde. Mag es denn alſo geſchieden ſein. Wer, wie ich, in der Abend⸗ dämmerung des Lebens wandelt und gen Untergang ſchaut, muß ſich ja auf's Meiden gefaßt machen, muß ſich ja auf's Scheiden verſtehen! Aber laſſen Sie es nicht ſogleich geſchieden ſein. Ich darf es bitten, weil es nicht mein perſönliches Wohl iſt, das ich dabei im Auge habe, ſondern das Wohl Anderer, denen gegenüber ich eine Verbindlichkeit übernommen, bei welcher ich durchaus auf Ihre Unterſtützung rechnete. Sie wiſſen, was ich meine. Erlauben Sie mir alſo, Sie von heute für die nächſten Wochen als meinen Gaſt zu betrachten und treffen Sie unter⸗


