Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Wollen wir gehen? ſagte Hermann, indem er aus dem brütenden Sinnen, in welches er während der Erzählung des Kanzleiraths verſunken geweſen ſchien, jäh in die Höhe fuhr.

So nehmen Sie mich doch wenigſtens mit! rief Herr von Zeiſel, ſein Glas leerend und ſich ebenfalls erhebend.

Der Kanzleirath wußte nicht recht, was er von dieſer plötz⸗ lichen Unterbrechung denken ſollte. Er hatte ſich bei ſeiner Er⸗ zählung vortrefflich unterhalten und war ja eben erſt bei ſeinem Thema angekommen. Aber vergeblich ſuchte er ſeine Gäſte zu längerem Bleiben zu überreden. Bereits wenige Minuten ſpäter wandelten ſie nebeneinander auf dem chauſſirten Wege, der, von Buſchwerk hie und da eingerahmt, in manchen Krümmungen den langgeſtreckten Hügelrücken zum Schloſſe emporſtieg.

Der Cavalier war von dem reichlich genoſſenen Wein ſehr aufgeregt und ſang mit angenehmer Tenorſtimme ein Lied, in welchem ein adeliger Page und ein bürgerlich Kind in irgend eine Beziehung gebracht waren, die nicht klar hervortrat. Dann unterbrach er ſich, um ſeinem Geführten den Vorſchlag zu machen, hier in dieſer mitternächtlichen Stunde auf dem Kreuzweg, den ſie eben paſſirten, im Dämmerlicht des Mondes, der ſich hinter Wolken verbarg, mit ihm um die Eine, die Reine, die Kleine, die er meine, auf Leben und Tod zu kämpfen; wurde dann plötzlich wieder beinahe ernſthaft und ſetzte ſeinem Gefährten aus⸗ einander, in welch' ſonderbarer Lage er ſich der Dame ſeines Herzens gegenüber befinde.

Sehen Sie, Doctor, ſagte er, uns Zeiſels geht es wie den Tur⸗ lows, nur ein Bischen ſchlechter; auch wir ſind ſeit undenklichen Zeiten Vaſallen unſerer Lehensherren geweſen, nur daß die Fürſten von Roda⸗Rothebühl uns nicht zu Grafen gemacht haben, und, wie die Sachen ſtanden, auch wohl nicht machen konnten. Aber ich fühle mich darum nicht minder adelig und bin nicht minder adelig, wie irgend ein ritterbürtiges Geſchlecht in Deutſchland. Und wenn auch die anderen Nebenzweige meiner Familie ſich mehr und mehr in das bürgerliche Leben verloren haben und ich mit einem Erröthen, welches Sie jetzt nicht ſehen, bekennen muß, daß in dieſem Angenblick ein Zeiſel in Leipzig Handſchuhe verkauft und

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