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ermahnte, endlich einmal den Ernſt walten zu laſſen, der doch die Grundſtimmung eines Mannes ſein müſſe; aber das arme Mädchen konnte es heute den Eltern nicht recht machen. Die Geberden der Mutter nahmen einen immer bedrohlicheren Cha⸗ rakter an und die Augenbrauen des Vaters erreichten faſt den Rand der dunkelblonden Perrücke.
In ihrer gänzlichen Rathloſigkeit verſtummte Lieschen gänz⸗ lich und hatte nichts zu erwiedern, als die Mutter jetzt erklärte, daß das liebe Kind den ganzen Tag die heftigſten Kopfſchmer⸗ zen gehabt habe, und es die höchſte Zeit für ſie ſei, ſich zurück⸗ zuziehen.
Herr von Zeiſel war außer ſich über ein ſo trauriges Ende eines ſo reizenden Abends und erklärte, noch mindeſtens eine Flaſche auf das ſpecielle Wohl des Fräuleins trinken zu wollen; der Doctor ſchien in ſeiner düſteren Zerſtreutheit die Entfernung der Damen kaum bemerkt zu haben; ſo mußte denn der Kanzlei⸗ rath nothgedrungen die Herren, welche keine Miene zum Auf⸗ bruch machten, dringend erſuchen, doch noch nicht aufbrechen zu wollen, und eine friſche Flaſche entkorken.
Im Grunde iſt es mir lieb, daß wir noch einen Augen⸗ blick zuſammen bleiben, ſagte Herr von Zeiſel. Ich habe ſchon den ganzen Abend eine Frage auf den Lippen gehabt, die ſich doch in Gegenwart der Damen nicht wohl ausſprechen ließ. Ich bitte Sie um Himmelswillen, meine Herren, ſagen Sie mir, wenn Sie können, was war das heute bei Tafel für ein ſonderbarer Ton zwiſchen Durchlaucht und der gnädigen Frau?
Der Kanzleirath, welcher ſelbſt viel darum gegeben haben würde, hätte er die Frage beantworten können, nickte geheimniß⸗ voll. Hermann war aufgeſtanden und ſchritt auf dem Garten⸗ wege vor der kleinen Veranda hin und her.
Ihr Herren hüllt Euch in geheimnißvolles Schweigen, rief der Cavalier, ärgerlich lachend, und das iſt nicht recht. Ihr habt wahrhaftig nicht Urſache, Euch mir gegenüber in dieſer Weiſe zuzuknöpfen, ſobald auf gewiſſe Dinge die Rede kommt.
Nichts könnte meiner Abſicht weniger entſprechen, ſagte der Kanzleirath würdevoll. Wer könnte tiefer als ich die Solidarität


