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So hielt ſie am Rande des Waldes, das Tuch vor die Augen gedrückt, während der Zügel auf dem Halſe des Pferdes ruhte, welches, den ſchlanken Hals erdwärts gebogen, ſich nach dem ſchnellen Ritt verſchnaufte und nun den feinen Kopf lang⸗ ſam hob, mit den glänzenden Augen die Hügelböſchung hinauf⸗ ſchaute, die Ohren nach vorn bewegte und endlich leiſe wieherte.
Hedwig richtete ſich empor und griff, mit dem Tuch in der Rechten die Thränen trocknend, mit der Linken nach dem Zügel, das Pferd ſcharf nach dem Walde herumwerfend. Der Gedanke, jetzt in dieſer Stimmung von ihm geſehen zu werden, erfüllte ſie mit Entſetzen.
Aber es war zu ſpät. Sie hörte hinter ſich den ſchnellen Trab eines Pferdes.
Sieh da, Herr Doctor!
Hermann hielt ſein Pferd an und rief, indem er den Hut zog:
Noch ſo ſpät, gnädige Frau, ſo weit vom Schloſſe und allein?
Ich war auf der Faſanerie, erwiederte Hedwig, und muß den Dietrich da irgendwo verloren haben.
Erlauben Sie, daß ich Ihnen Geſellſchaft leiſte, da unſer Weg doch nun, wie es ſcheint, zuſammengeht?
Bitte, ſagte Hedwig.
Der junge Mann ſetzte den Hut wieder auf und lenkte ſein Pferd auf die linke Seite; ſo ritten ſie ein paar Minuten ſchweigend neben einander durch den Wald.
Wie ſteht's in Hühnerfeld? fragte Hedwig endlich.
Beſſer, erwiederte Hermann; ich habe nur noch drei Kranke und auch die werde ich durchbringen.
Und wieder ſchwiegen Beide.
Hedwig fürchtete, ſich zu verrathen; Hermann erging es nicht anders. Er hatte den Verſuch gemacht, ſich aus einer Lage zu befreien, die ihm, das fühlte er, verderblich werden mußte, wenn ſie es ihm nicht ſchon geworden war. Der Verſuch war halb
und halb mißglückt; er wußte nicht, ob er ſich deshalb bitter
tadeln, ob er ſich glücklich preiſen ſollte. Und was würde ſie


