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ſagen? Würde ſie das Opfer gnädig annehmen? Würde ſie es verwerfen?
Darüber hatte er gegrübelt, während er den einſamen Weg nach dem einſamen Dorfe ritt; darüber hatte er geſonnen, wie er jetzt über die Haide daherkam und lange Zeit an der Buche ſtillhielt, wo er ſie zuerſt vor drei Jahren geſehen. Da hatte er wieder und ſtärker als je zuvor gefühlt, daß er nichts mehr habe, was er ſein Eigen nennen könne, daß ſein Leben nur noch der Widerſchein ihres Lebens ſei, daß ſein Leben in dieſer all⸗ mächtigen, hoffnungsloſen Leidenſchaft ſich verzehren werde, ob ſie ihn nun bleiben, ob ſie ihn gehen hieß.
Darf ich mir den Rath der gnädigen Frau erbitten in einer Angelegenheit, die für mich perſönlich wichtig iſt? ſagte er.
Er wußte nicht, woher er plötzlich den Muth bekommen, auch klang ſeine Stimme ihm ſeltſam fremd und ſein Herz ſchlug zum Zerſpringen.
Was iſt es? fragte Hedwig und fügte dann, als Hermann nicht allſogleich antwortete, hinzu: Aber was kann es ſein, als die Angelegenheit, über welche der Fürſt noch eben mit mir geſprochen. Sie haben um ihre Entlaſſung gebeten. Ja, ich kann und muß Ihnen noch mehr ſagen: der Fürſt, der, wie Sie wiſſen, die gütige Gewohnheit hat, in ſchwierigen Fällen meinen Rath in Anſpruch zu nehmen, trug mir auf, Sie von Ihrem Entſchluſſe zurückzubringen.
Sie wiſſen, gnädige Frau, ſagte Hermann tonlos, wie un⸗ endlich hoch ich Ihr Urtheil ſchätze, wie ganz ich geneigt bin, mich demſelben jederzeit unterzuordnen
Um ſo größer iſt die Verantwortung, die ich übernehme, ſagte Hedwig mit einem ſchwachen Verſuch zu lächeln. Ich will es Ihnen nur geſtehen: Ihre Angelegenheit iſt während meines Spazierrittes mir unausgeſetzt durch den Sinn gegangen; ich habe mir das Für und Wider, ſo gut ich vermochte, klar zu machen geſucht.
Und Sie haben entſchieden, daß ich gehen muß, nicht wahr, gnädige Frau?
Ja, ſagte ſie, dafür habe ich mich entſchieden.


