Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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ſtellt. Auch iſt die Ausſicht von den Fenſtern des Theehau⸗ ſes eigentlich nur nach dem Schloſſe zu frei; auf der Südſeite und nach dem Hirſchpark müßte ich nothwendig ein paar Bäume wegſchlagen, um die es mir freilich leid thut

So laſſen Sie ſie ſtehen, ſagte der Fürſt ärgerlich.

Der Kanzleirath machte leiſe das Album zu, der Cavalier ſchaute verlegen darein.

Oder ſprechen Sie noch einmal mit der gnädigen Frau, ſagte der Fürſt. Sie haben recht, lieber Zeiſel, wir waren bei der Tafel doch wohl nicht ganz ſchlüſſig; ich erinnere mich. Es iſt ja auch im Grunde ziemlich irrelevant, ob wir das Theehaus zur Verfügung haben oder nicht. Wie oft wird es denn ge⸗ ſchehen, daß der Thee da wirklich eingenommen wird! Zwei⸗ oder dreimal, wenn es hoch kommt! Alſo, wie geſagt, ſprechen Sie noch einmal mit der gnädigen Frau, oder ich will auch ſelber mit ihr ſprechen, wenn Ihnen das lieber iſt. Jedenfalls war⸗ ten Sie, bis ich Ihnen beſtimmte Ordre gebe. Guten Abend, lieber Zeiſel. Sie, lieber Iffler, muß ich nun doch noch eine Minute aufhalten.

Der Cavalier verbeugte ſich und verließ die Terraſſe.

Der Kanzleirath blieb, ein wenig unruhig, was der gnä⸗ dige Herr noch vorbringen werde. Ohne Zweifel wünſchte er ſeine vertrauliche Anſicht hinſichtlich der Faſanerie. Der Kanz⸗ leirath war entſchloſſen, ſeine Antwort von der Frageſtellung und dem Tone, in welchem der gnädige Herr fragen würde, abhän⸗ gen zu laſſen.

Ich habe die Abſicht, ein wenig indiscret zu ſein, ſagte der Fürſt.

Der Kanzleirath lächelte.

Wie ſtehen Sie mit dem Doctor, ich meine, Sie und Ihre Damen?

Da der Kanzleirath dieſe Frage nicht erwartet hatte und für den Augenblick ſchlechterdings nicht wußte, worauf dieſelbe zielte, ſagte er nicht ohne einige Verlegenheit:

O, in der That ſehr gut, wie immer, ohne Zweifel!

Wie immer? ſagte der Fürſt mit Betonung.