Dritter Band. 27
rechts aus der Bahn biegend;„die Pferde greifen gut aus; gleich werden wir d'ran ſein.“
Faſt unmittelbar darauf ſahen ſie auch ſchon den Schlitten;— eine dunkle Maſſe, die durch die Nacht blitzſchnell dahinglitt. Als ſie aneinander vorüber kamen, hemmte der Kutſcher den Lauf der Roſſe, und eine Stimme fragte:
„Wir ſind doch auf der Bahn?“
„Nur immerzu!“ war Claus Antwort.
Darauf fragte dieſelbe Stimme:
„Und das Eis hält für zwei Pferde?“
„Auch für vier,“ antwortete Claus.
„Danke!“
„Keine Urſach!“
Und die Schlitten ſetzten ſich wieder in raſche Bewegung.
„Sonderbar,“ murmelte Oswald;„mir war, als ob ich Olden⸗ burg's Stimme gehört hätte. Welch' wunderliche Streiche einem die Phantaſie doch ſpielt.“
Die noch übrige Strecke bis Fährdorf wurde wieder ſchweigend zurückgelegt. In wenigen Minuten langten ſie an. Aus den Häu⸗ ſerchen oben auf dem Uferrande ſchimmerten Lichter. Unten an der Fährbrücke, wo das Gaſthaus ſteht, ging es noch lebhaft zu. Die Fenſter waren erleuchtet. Muſik ertönte. Schlitten ſtanden vor der Thür.
Claus hielt; Oswald ſtieg aus.
„Ich fahre am Strande hin, bis zu unſerem Hauſe,“ ſagte Claus, „und warte bis Sie kommen. Aber eilen Sie ſich. In einer halben Stunde geht der Mond auf, und man kann uns dann auf eine halbe Meile weit auf dem Eiſe ſehen.“.
„Hab' keine Sorge. Wir wollen Dich nicht warten laſſen.“
Dswald ging an dem Gaſthauſe vorüber die ſteile Dorfſtraße hinauf, bog dann rechts ab und eilte an den kleinen Häuſern, die hart am Rande des Ufers erbaut ſind, dahin, bis er an das letzte derſelben kam. Durch eine Ritze des Ladens, mit dem das niedere Fenſter verſchloſſen war, dämmerte ein ſchwaches Licht. Oswald pochte dreimal in beſtimmten Zwiſchenräumen an den Laden. Gleich


