Teil eines Werkes 
11. Band, Durch Nacht zum Licht : (Fortsetzung von: Problematische Naturen) : 2. Band (1867)
Entstehung
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190 Durch Nacht zum Licht.

den vielen dummen Streichen, die Arthur von Cloten Zeit ſeines Lebens begangen hatte, der, eine raffinirte Kokette, wie diehimm⸗ liſche Emilie von Breeſen zu ſeinem ehelichen Gemahl gemacht zu haben, jedenfalls der dümmſte war. Die Meiſten lachten und ſagten: es iſt eine Laune von der kleinen Frau; ſie wird ſchon wieder zur Vernunft kommen; Andere, die weniger harmlos waren, meinten: dahinter ſteckt mehr. Wenn eine junge Frau die ganze Welt(ihren Gemahl nicht ausgeſchloſſen) en canaille behandelt, ſo thut ſie es ſicher einem Mann zu Liebe, der für ſie die ganze Welt iſt. Wer vieſer Glückliche ſein mochte, darüber zerbrach man ſich vergebens die Köpfe. Die Einen riethen auf den jungen Grafen Grieben, der ihr früher ſtark den Hof gemacht hatte, die Andern auf Herrn von Sylow, wieder Andere ſogar auf den Fürſten Waldernberg und nur Helene Grenwitz wußte, daß Alle ſich irrten und daß der Gegenſtand von Emiliens Liebe nicht in den ariſtokratiſchen Kreiſen des Grünwalder Faubourg St. Germain zu finden war.

Hätte Anna Marie gewußt, welch trefflichen Bundesgenoſſen ſie in dieſem Augenblick für die Ausführung ihres großen Planes an Oswald Stein hatte, ſie würde dieſemſo überaus abſcheulichen und gefährlichen jungen Mann vielleicht weniger gram geweſen ſein. Jedenfalls ſchien ſich das Verhältniß zwiſchen dem Fürſten und Helene ganz nach ihrem Wunſche geſtalten zu wollen. Sie hielt es wenigſtens für ein gutes Zeichen, daß Hel⸗ne nicht darauf drang, die Unter⸗ haltungen in dem kleinen Solon neben dem Spielzimmer durch Hinzu⸗ bitten anderer junzer Leute zu beleben und als ſie(Anna Marie) kürzlich die Bemerkung wagte:das wäre ein Schwiegerſohn nach meinem Sinn, nicht die ſchönen Brauen verächtlich zuſammenzog, ſondern die dunklen Wimpern auf die erröthenden Wangen ſenkte.

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