Durch Nacht zum Licht.
„Ich komme öfter zu Robrans.“
Die Thür wurde von innen aufgeriegelt.
„Gute Nacht.“
„Gute Nacht.“
Oswald ergriff Helenens Hand und drückte ſie ſtürmiſch an ſeine Lippen.
Die Thür wurde aufgeſchloſſen.
„Auf Wiederſehen!“ flüſterte Oswald.
„Auf Wiederſehen!“ erwiderte Helene noch leiſer.
Es war Oswald, als ob ſie auch ſeinen Namen genannt hätte. Im nächſten Augenblick war ſie im Hauſe verſchwunden.
Oswald ging nach der Stadt zurück in einer Aufregung, die aber keineswegs eine bloß freudige war. Eine reine, keuſche Freude konnte nicht mehr in ſein Herz einziehen; ſo wenig, wie man auf einem verſtimmten Inſtrumente eine Melodie rein zu ſpielen vermag.
So war er in die Stadt zurückgekommen. Wo die Marktſtraße auf den Markt mündet, in dem ſtattlichen Eckhauſe waren die Fenſter hell erleuchtet; Wagen auf Wagen rollte vor die Thür; geputzte Damen und Herren ſtiegen aus und verſchwanden in dem Portale. Als Oswald, dicht an den Häuſern hinſchreitend, in unmittelbarſte Nähe der Thür gekommen war, fuhr eben wieder ein Wagen vor. Der Kutſcher parirte die feurigen Thiere zu gewaltſam und der Be⸗ diente, der eben in Begriff ſtand, vom Bock zu ſpringen, wurde un⸗ ſanft auf die Erde geſchleudert. Er raffte ſich ſogleich wieder auf, aber der Schmerz mußte gar groß ſein; er blieb wie betäubt ſtehen. Oswald, der eine einzelne Dame in dem Coupé bemerkt hatte, die ſchon, des Oeffnens der Thür harrend, aufgeſtanden war, griff nach dem Drücker, öffnete die Thür und ſtreckte eine Hand der Dame ent⸗ gegen, die, ihre kleine weißbehandſchuhte Hand ahnungslos auf ſeinen Arm legend, in einer Wolke von Muſſelin und Spitzen herabſchwebte.
In dieſem Augenblick, wo das Licht aus dem Portale hell auf die Dame und auf Oswald fiel, ſtieß die Dame einen leiſen Schrei aus und blieb, Oswald mit großen Augen anſtarrend, wie feſtge⸗ wurzelt ſtehen.
Eine glühende Röthe ergoß ſich über ihr Geſicht. Ihre Augen


