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214 Durch Nacht zum Licht.
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einiger Spannung entgegengeſehen hat. Oswald war in dieſem Kreiſe eigentlich vollkommen fremd. Er hatte bis jetzt nur mit dem Director, und auch mit dieſem nur geſchäftlich, verkehrt. Die anderen Herren und Damen vom Gymnaſium hatte er zum Theil bei Gelegenheit ſeines früheren Aufenthalts in Grünwald hier und da in Geſellſchaften geſehen, ohne ihrer beſonders zu achten, oder von ihnen beſonders beachtet zu werden. Heute Mittag, als er ſeine Viſiten machte, hatte er, mit Ausnahme der Familie Kübel, Niemand zu Hauſe getroffen. Die Herren waren begierig, den neuen Collegen, die älteren Damen, einen jungen Mann, der möglicherweiſe noch einmal ihr Schwieger⸗ ſohn werden konnte, die jungen Damen die neue Acquiſition für ihre geſelligen Zuſammenkünfte zu ſehen, zu muſtern, zu kritiſiren. In Folge deſſen entſtand bei ſeinem Eintritt eine Pauſe in dem munter ſchwirrenden Geſpräch und Aller Augen richteten ſich unver⸗ wandt auf ihn.
Oswald ſchritt, uneingeſchüchtert durch dieſes Kreuzfeuer von Blicken, auf die Frau Director zu, küßte ihr die Hand, entſchuldigte ſich mit wenigen Worten über ſein ſpätes Kommen und bat ſie, ihn den übrigen Damen, die zu kennen er noch nicht das Glück habe, vorzuſtellen. Nachdem dieſe Ceremonie in aller Form ausgeführt, wandte er ſich zum Director mit der Bitte, ihn mit den Herren be⸗ kannt zu machen; darauf wieder zu den Damen, um noch einmal der Frau Director einige verbindliche Worte zu ſagen, und ſodann mit Primula ein Geſpräch anzuknüpfen, auf welches die Dichterin mit ganz beſonberem, auffälligem Eifer einging. Primula hatte Oswald wegen ſeiner„ſchönen, ritterlichen, echt romantiſchen Erſcheinung,“ wie ſie exſtatiſch zu ſagen beliebte, vom erſten Augenblicke in ihr poetiſches Herz geſchloſſen und all die Abmahnungen ihres vorſichtigen Gatten waren nicht im Stande geweſen, den Strom ihrer ſympatheti⸗ ſchen Empfindung dauernd zu hemmen. Sie hatte zwar auf dem 1 Lande den Verhältuiſſen Rechnung tragen und ſchließlich die gefallene“ Größe auch ihrerſeits fallen laſſen müſſen; aber ſie hatte ſich vor⸗ genommen, ſobald ihre gebundene Pfyche jemals freier die Schwingen regen könnte, dem Zuge ihres Herzens frei zu folgen. Dieſer Augen⸗ blick war jetzt gekommen; ſie begrüßte Oswald, der ihr durch die
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