——
Erſter Band. 213
Sie meiner Guſtava vorſtelle; ich möchte die Kornblumen und die Maiglöckchen gern zu einem Strauß vereinigt ſehen, ha, ha, ha!— Herr Doctor Breitfuß, ich bin glücklich, einem jungen Gelehrten von Ihren Verdienſten zu begegnen. Ihre herrlichen Monographien über Origenes und Euſebius haben mir bei Abfaſſung meiner„Fragmente“ die weſentlichſten Dienſte geleiſtet. Ich freue mich, meinen Dank jetzt endlich perſönlich abtragen zu können.“
Während ſo Profeſſor Jäger im Kreiſe der Herren ſich ſchlangen⸗ gleich von einem zum andern windet, durchflattert Primula ſylphen⸗ haft den Cirkel der Damen. Sie hat, wie das Mädchen aus der Fremde, für Jede eine Gabe. Sie ſagt den älteren Damen ein verbindliches Wort; ſie beneidet Thusnelde und Fredegunde Clemens um ihre„reizenden, tiefpoetiſchen“ Namen; ſie gratulirt Ida Snel⸗ lius zu ihren Fortſchritten im Portugieſiſchen und klopft Marie Kübel auf die erröthenden Wangen, und nenut ſie ein liebes, gutes Kind.
„Aber der College bleibt auch wirklich ein wenig gar zu lange,“ ſagt Director Clemens, nach der Uhr ſehend;„ich dächte, Auguſte, Du ließeſt den Thee ſerviren.“
„Wen erwarten Sie noch, Werthgeſchätzter?“ fragt Paſtor Jäger den Director.
„Weſſen Fuß trat noch über dieſe Schwelle nicht?“ fragt Pri⸗ mula, die heute Abend voll iſt von Reminiscenzen aus dem Wallen⸗ ſtein, die Directorin.
In demſelben Moment, wo die beiden Angeredeten den Mund zu einer Antwort öffnen, öffnet ſich auch die Thüre und Oswald's hohe Geſtalt erſcheint in dem Rahmen derſelben.
Ueunzehntes Capitel.
Das Eintreten eines Nachzüglers in eine bereits ſeit längerer Zeit verſammelte Geſellſchaft erregt immer eine gewiſſe Senſation, zumal, wenn man, wie in dieſem Falle, der Ankunft des Gaſtes mit


