Teil eines Werkes 
10. Band, Durch Nacht zum Licht : (Fortsetzung von: Problematische Naturen) : 1. Band (1867)
Entstehung
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Erſter Band. 471 Sophie, die keine Freundin pedantiſcher Auseinanderſetzungen war, wußte ihrem Geliebten Dank für dieſe Art der Belehrung, und Franz befolgte dieſe Methode um ſo lieber, als er dabei noch das Vergnügen hatte, die Gewandtheit und den Witz zu bewundern, mit welchen ſich Sophie gegen ſeine verſteckten oder offenen Angriffe ver⸗ theidigte, und ihre Fehler in Abrede ſtellte oder gar für höchſt liebens⸗ würdige Tugenden ausgab.

Sie waren ſo in ihr bald ernſtes, bald heiteres, und von einem gelegentlichen halb unterdrückten Lachen oder verſtohlenen Kuß unter⸗ brochenes Geſpräch vertieft, daß Jemand, der um dieſe Stunde faſt täglich in das Haus des Geheimraths kam, erſt dreimal an die Thür pochen mußte, ehe ſie mit einem uniſonen Herein antworteten.

Fünßehntes Capitel.

„Guten Abend, hochverehrliches chriſtliches Brautpaar,“ ſagte der darauf in's Zimmer Tretende;„ſtöre ich Sie vielleicht in Ihrer An⸗ dacht?“

„Guten Abend, Bemperchen;“ erwiederte Sophie, ſich aus Franz' Arm losmachend und dem kleinen Mann, der zierlichen Schritts auf ſie zukam, herzlich die dargebotene Hand drückend;„Sie kommen gerade zur rechten Zeit, mich gegen dieſen Erzſpötter in Schutz zu nehmen.“

„Guten Abend, Bemperlein,“ ſagte Franz;„Sie kommen gerade zur rechten Zeit, mir dieſe halsſtarrige Sünderin überzeugen zu helfen.“

„Ehe ich das Eine thun und das Andere laſſen kann,“ erwiderte Herr Bemperlein, ſeine Handſchuhe ausziehend und ſie ſorgfältig zu⸗ ſammenlegend,„erlaube ich mir, mich nach dem Befinden des Herrn Geheimraths pflichtſchuldigſt zu erkundigen.“

„Es geht viel beſſer,“ erwiderte Franz. „Ich ſchloß das aus Ihrer heiteren Stimmung,“ ſagte Bem⸗