Durch Nacht zum Licht.
„Ihr Name?“
Oswald nannte ſeinen Namen.
Der Mann blickte auf eine Tafel, welche die Namen der Ange⸗ meldeten enthalten mochte; dann ſteckte er den Kopf wieder zum Fenſterchen heraus:
„Nur gerade über den Hof nach der Hauptthür; dort noch ein⸗ mal zu klingeln.“
Die Thür that ſich auf und ſchloß ſich wieder hinter dem Ein⸗ getretenen. Oswald ging über den geräumigen, mit Kies beſtreuten, hier und da mit Büſchen und Bäumen bepflanzten Vorhof dem Hauſe zu. Auf einer Bank unter einem dieſer Bäume ſaß in einer Gruppe von mehreren Perſonen ein junger, ſehr wohlgekleideter Mann. Als Oswald an ihm vorüberſchritt, erhob ſich der junge Mann, trat auf ihn zu und ſagte, indem er mit einer höflichen Verbeugung den Hut zog:
„Ich habe gewiß die Ehre, mit dem Kaiſer von Fez und Marokko zu ſprechen?“
Als Oswald dieſe wunderliche Frage verneinte, ſchüttelte der junge Mann traurig den Kopf und ſagte, indem er Oswald mit einem leeren Blick anſah:
„Es iſt merkwürdig; der Kaiſer hatte es mir doch ſo feſt ver⸗ ſprochen, mich noch in dieſem Sommer abzuholen, und der Sommer geht zu Ende und der Kaiſer kommt nicht; ich werde wohl bis nächſten Sommer warten müſſen. Dann aber kommt er ganz gewiß. Meinen Sie nicht auch?“
„Ich zweifle keinen Angenblick daran,“ erwiderte Oswald.
Ein ſchwacher Strahl von Freude zuckte über das blaſſe Geſicht des Unglücklichen. Er verbeugte ſich abermals, ſetzte ſeinen Hut wieder auf und ſchritt zu ſeinem Platze auf der Bank zurück.
Oswald gelangte zu der Hauptthür, klingelte und wurde von einem Diener, welcher öffnete und nach ſeinem Namen fragte, in ein Zimmer geführt, mit der Anweiſung, ein wenig warten zu wollen, Doctor Birkenhain würde alsbald erſcheinen.
Es war ein hohes, ſchönes Gemach; ausgezeichnete Oelgemälde ſchmückten die Wände; zwiſchendurch antike Köpfe und Büſten auf


