Teil eines Werkes 
10. Band, Durch Nacht zum Licht : (Fortsetzung von: Problematische Naturen) : 1. Band (1867)
Entstehung
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42 Durch Nacht zum Licht. Volk;“ ſagte der philoſophiſche Herr Schmenckel;„und je beſſer man es mit ihnen meint, deſto ſicherer kann man ſein, daß ſie uns ein 2 für ein U machen. Treu und Glauben iſt bei ihnen nicht zu finden und beſonders die Zigeunerinnen—“

„Es iſt gut,“ ſagte Oswald, den der Ekel überwältigte;„ich ſpreche mit Ihnen ein ander Mal weiter darüber.“—

Und er entfernte ſich eilig.

Herr Director Schmenckel ſah ihm einige Augenblicke nach, ſchüttelte den Kopf, ſteckte den Thaler, den er noch in der Hand hielt, in die Taſche, kicherte und verfügte ſich mit dem angenehmen Bewußtſein, einen Gimpel übertölpelt zu haben, in die Trinkſtube zurück, wo mittlerweile der Friede wieder ſo vollſtändig hergeſtellt war, daß ſich ſämmtliche Anweſenden zur gemeinſchaftlichen uniſonen Abſingung des beliebten Volksliedes:„Blau blüht ein Blümelein,“ vereinigen konnten.

Während Oswald dieſe ſo bedenklichen Mittheilungen über der armen Czika eigentliche Abſtammung aus dem wahrheitsliebenden Munde des Herrn Schmenckel entgegennahm, erwartete Franz ſeine Rückkehr mit der größten Ungeduld. Die Poſt hatte wirklich den ſehnlichſt herbeigewünſchten Brief ſeiner Braut gebracht und dieſer Brief die unbeſtimmte Furcht, mit der er ſich in dieſen letzten Tagen getragen, nur zu ſehr beſtätigt. Sophie ſchrieb mit einer Hand, welche die Angſt beinahe unleſerlich gemacht hatte, daß ihr Vater von einem Schlaganfall betroffen worden ſei, der die Aerzte das Schlimmſte be⸗ fürchten laſſe. Der Vater ſei noch in dieſem Augenblick(mehre Stun⸗ den nach dem in der Nacht eingetretenen Anfall) ſprachlos und un⸗ fähig ſich zu bewegen. Wenn noch Rettung für ihren Vater ſei, ſo könne die Hülfe nur von dem kommen, zu dem ihr Vertrauen eben ſo groß ſei, als ihre Liebe.

Franz' Entſchluß war ſofort gefaßt; er beſtellte, da der Kutſcher, mit dem er gekommen war, nicht weiter fahren zu können erklärte, Extrapoſt, um die nächſte Station der Eiſenbahn womöglich noch in derſelben Nacht zu erreichen. Seine holde ſüße Braut in ſo bittrer Voth und Bedrängniß— wachend und weinend an dem Krankenbette, lleicht an dem Sarge ihres Vaters— und er, ihr Troſt und ihre