Teil eines Werkes 
10. Band, Durch Nacht zum Licht : (Fortsetzung von: Problematische Naturen) : 1. Band (1867)
Entstehung
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Erſter Band. 25

Czika's Bitte Folge leiſtend und neben ihr auf den Knieen das um⸗ hergeſtreute Geld zuſammenraffend.

Das kunſtliebende Publikum von Fichtenau fand dieſe Begrüßung und Umarmung eines ſcheinbar vornehmen fremden Herrn und eines Seiltänzerkindes merkwürdiger als Alles, was es an dieſem Abend geſehen hatte. Jung und Alt drängte ſich in dichtem und immer dichter werdenden Kreiſe heran und ſchien entſchloſſen, nicht vom Platz zu weichen, als bis es eine Aufklärung dieſer räthſelhaften Begeben⸗ heit erhalten hätte.

Franz, der vom Wagen aus die Scene mit angeſehen hatte, war kaum weniger verwundert geweſen, als die Andern. Im nächſten Augenblick indeſſen fielen ihm die myſteriöſen Gerüchte ein, die über ein Zigeunerkind, welches der Baron Oldenburg mehrere Wochen lang auf ſeiner Solitüde beherbergt habe, bis es ihm eines Tages wieder entlaufen ſei, in der Gegend circulirt hatten; und mit jener Schnellig⸗ keit der Combination, welche guten Köpſfen eigenthümlich iſt, ſchloß er, daß Oswald, der jedenfalls bei ſeiner Intimität mit dem Baron um das Geheimniß wußte, in dem ſchönen Genius das Zigeunerkind erkannt habe. Sein nächſter Gedanke war, in Oswalds eigenem Intereſſe die wunderliche Scene abzukürzen, und die Senſation, welche dieſelbe ſchon erregt hatte, möglichſt zu vertuſchen. Er ſprang alſo aus dem Wagen, eilte auf Oswald zu und ſagte:

Laſſen Sie uns gehen! zum wenigſten bis ſich die Menge ver⸗ laufen hat.

In dieſem Augenblick drängte ſich der Director der Bande, welcher von der kleinen Tribüne herab, wo er als Epilogus das Publikum haranguirte, ebenfalls die Scene beohachtet hatte, durch die Gaffer hindurch. Seine Neugier, zu erfahren, was es denn hier eigentlich gebe und ſein Aerger, das wichtige Geſchäft des Einſam⸗ melns im kritiſchſten Moment unterbrochen zu ſehen, hatten ihn ver⸗ geſſen laſſen, daß er noch im vollen Coſtüm des ſchnappsnaſigen Schenk⸗ wirths war, und ſich alſo, ohne der Würde der Kunſt etwas zu ver⸗ geben, nicht wohl in's Publikum miſchen könne. Franz, welcher nicht ohne Grund fürchtete, daß der tragikomiſche Auftritt durch das Her⸗ zukommen dieſer Perſonage erſt recht unangenehm werden möchte, ließ