Die von Hohenſtein.
Schluß.
Im zweiten Sommer nach dieſen Ereigniſſen, an dem Abend eines heißen Julitages, muſterten drei Männer die Fortſchritte, die ein gewaltiger Bau, der den Vorſprung eines Hügels an einem der ſchönſten Punkte der Schweiz krönen ſollte, während der letzten Woche gemacht hatte. Der älteſte dieſer Männer— ein rüſtiger Fünfziger, mit einem feinen, intelligenten Geſichte— hatte den Arm vertraulich in den Arm ſeines jüngeren Gefährten gelegt und hörte unter manchem Kopfnicken und vielem Hm's und Ja⸗ja's den Er⸗ örterungen zu, die ihm Jener über den Stand des Baues gab, während der Dritte— ein ſchlanker, ſchwarzäugiger Krauskopf, der Papiere und Zeichnungen unter dem Arm(und die Mütze auf das rechte Ohr gerückt) trug und wohl der Oberaufſeher ſein mochte, nebenher ging, und das Lob, das ihm der ältere Herr ſpendete, als Etwas, das ſich von ſelbſt verſtand, hinnahm.
„Sehr gut, ſehr gut;“ ſagte der ältere Herr;„Ihr ſeid Teufels⸗ kerle, das muß ich ſagen; wir kommen wahrhaftig noch vor dem Winter unter Dach— das übertrifft meine kühnſten Erwartungen; ſehr gut, ſehr gut.“
Wenn es den Herren genehm iſt, ſo möchte ich jetzt in die Bauhütte,“ ſagte der mit den Zeichnungen;„ich habe die Zahlungs⸗ liſten für die Maurer noch nicht abgeſchloſſen.“
„Sehr gut;“ ſagte der ältere Herr; während ſein Gefährte freundlich mit dem Kopfe nickte.
Der mit den Zeichnungen faßte militairiſch grüßend an ſeine Mütze, drehte ſich auf dem Hacken um und ſprang leicht und ſicher die anſehnlich hohen Terraſſen, die an dieſer Stelle den Hügel hin⸗ auf gemauert waren, hinab.
„Ein prächtiger Menſch, der Rüchel,“ ſagte der ältere Herr; „gefüllt mir ſehr; rührig, intelligent, brav— ein Capitalkerl— Ihr bei Euch zu Lande könnt ſolche Leute natürlich nicht Sen natürlich!“
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