Teil eines Werkes 
9. Band, Die von Hohenstein : Roman : 3. Band (1867)
Entstehung
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Dritter Band. 231

Abhang hinab; dann geht es über die Felder in einem Bogen um das Dorf herum, zuletzt auf der Uferſtraße in geſtrecktem Galopp nach Rheineck, an Rheineck vorüber weiter bis nach Kirchheim auf den Pfarrhof, deſſen Thor ſchon geöffnet iſt und alsbald von Am⸗ broſius ſelbſt, den ſeine Nichte im letzten Augenblick in das Geheimniß gezogen hat, geſchloſſen wird.

Clärchen ſtürzt an den Wagen; aber Wolfgang kommt ihr zu⸗ vor; er ſagt ihr, was nicht zu verheimlichen iſt. Clärchen ſtößt einen dumpfen Weheſchrei aus und taumelt zurück. Dann rafft ſie

ſich wieder auf und faßt die Hand ihres Gatten, der eben von den

Männern aus dem Wagen gehoben, in das Haus, in die Stube getragen und auf des Pfarrers Studirſopha gelegt wird. Sie fällt an ſeiner Seite auf die Kniee und blickt thränenloſen Auges in das fahle Geſicht. Er hebt die todesmüden Lider noch einmal und ver⸗ fucht zu lächeln und im Lächeln erſtarrt ſein Geſicht; Clärchen ſieht es; ein wimmerndes Stöhnen dringt herzerſchütternd aus ihrer ge⸗ quälten Bruſt; ſie ſinkt in einer halben Ohnmacht über den geliebten Todten. Antonie ſteht aufrecht zu Häupten des Sopha's; ihr ſchmerz⸗ verzerrtes Antlitz iſt furchtbar anzuſchauen. Als Wolfgang ſich theilnehmend zu ihr wendet, ſieht ſie ihn mit öden, ſtieren Blicken an und murmelt:Ich habe es gut machen wollen.

Cajus, der hinausgegangen iſt, tritt wieder herein und klopft Wolfgang und Rüchel auf die Schulter:

Ich habe das Signal gehört; der Dampfer iſt in zehn Minuten hier; wir brauchen zehn Minuten, um an das Ufer zu kommen; beeilt Euch. Ihr könnt hier doch Nichts mehr helfen.