Teil eines Werkes 
9. Band, Die von Hohenstein : Roman : 3. Band (1867)
Entstehung
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222 Die von Hohenſtein.

Tiſch das offene Fenſter, an dem noch die Leiter lehnte Mord, Mörder, Mord! ſo heulte es in der Stube, die Corridore entlang, die Treppen hinauf bis in die hohen lichterfüllten Räume, in denen beim jubelnden Schalle der und e die b ſich im Tanze drehten S

Die, welche darauf gewettet, daß Frau Antonie von Hohenſtein, trotz aller Gerüchte, die ihren Namen mit der Flucht Münzers in Verbindung brachten, trotz aller Hausſuchungen, durch die man ſie beleidigt hatte, auf dem Zauberfeſte in Rheinfelden erſcheinen werde, hatten gewonnen. Antonie war gegen acht Uhr gekommen, und hatte die Equipage wieder nach Rheineck zurückgeſchickt, ein Beweis, daß die gnädige Frau entſchloſſen war, den Handſchuh, den ihr die Geſell⸗ ſchaft etwa hinſchleudern könnte, aufzunehmen. Aber, wenn woran nicht zu zweifeln war ein Theil derſelben wirklich in feindſeliger Stimmung gegen die Dame war, ſo machte doch die Schönheit der Sünderin das ſtrenge Gericht, das über ſie ergehen ſollte, zu nichte. Antonie war noch keine Viertelſtunde in dem Saal, als ſie ſich von Bewunderern umgeben ſah, wie in ihren glänzendſten Tagen. Und in der That ſchien es kaum möglich, einer ſo zauberhaften Erſchei⸗ nung nicht zu huldigen. Selbſt die fanatiſchen Anbeter Camilla's mußten einräumen, daß dieſe junge Dame ſich weder an ſtolzem Wuchs, noch feſſelnder Schönheit des Geſichtes mit dieſer Neben⸗ buhlerin meſſen könne, von der Anmuth der Bewegung und der Ge⸗ wandtheit in der Converſation Eigenſchaften, in denen Antoniens Meiſterſchaft anerkannt war ganz zu ſchweigen. Se. Durchlaucht ſogar, der ſich vis jetzt faſt ausſchließlich mit Camilla beſchäftigt hatte, ließ ſich Frau von Hohenſtein, die er heute zum erſten Male ſah, vorſtellen und äußerte gegen ſeinen Adjutanten:Vollblut, auf Ehre, Nadelitz, reines Vollblut! welches geiſtreiche Wort natürlich in zehn Minuten die Runde durch den Saal machte. Freilich ſchien es die ſchöne Frau heute Abend auch darauf abgeſehen zu haben, einen vollkommenen Triumph zu feiern. Sie ſtrahlte von Diamanten und